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Einsatz für politisch Verfolgte

In Arbon schrieb er unbeirrt und mutig an gegen die deutschen Nationalsozialisten, lange bevor Hitler den Zweiten Weltkrieg entfachte: Der damalige AZ-Redaktor Otto Kunz wirkte auch an einem geschichtlichen Aufklärungsbuch mit.
Kurt Biefer
Erhob gegen den Nationalsozialismus seine Stimme: Otto Kunz. (Bild: zVg)

Erhob gegen den Nationalsozialismus seine Stimme: Otto Kunz. (Bild: zVg)

Der ehemalige Lehrer und spätere Bundeshauskorrespondent Otto Kunz wirkte von 1926 bis 1935 als Redaktor bei der «Thurgauer Arbeiterzeitung» in Arbon. Durch seine Tätigkeit als Journalist hatte er Freunde auch in Deutschland und Österreich. Von diesen erfuhr er aus erster Hand die Entwicklung des Nationalsozialismus.

Politisch Verfolgte unterstützt

Kunz setzte sich stets mit all seiner Kraft für die Demokratie, Gerechtigkeit, den Fortschritt und für in Not geratene Mitmenschen ein.

Dies war an seinen Arbeitsorten als Redaktor in Arbon, Luzern und zuletzt in Biel der Fall. Es ist daher nicht zu verwundern, dass der österreichische Bundespräsident Franz Jonas anlässlich seines Staatsbesuches im Jahre 1969 im Beisein von Bundespräsident Nello Celio von Bern nach Wettingen fuhr, um am Grab seines Freundes Otto Kunz einen Kranz niederzulegen als Dank Österreichs für die grosse Unterstützung von politisch Verfolgten während der Nazizeit und für seine grossen

Hilfsaktionen für die nach dem Zweiten Weltkrieg notleidende Bevölkerung von Wien und seiner Umgebung. Redaktor Otto Kunz starb in Biel 1952 im Alter von 65 Jahren und wurde auf dem Friedhof in Wettingen (AG), dem Wohnort seiner älteren Tochter, beigesetzt.

Freund in Dachau ermordet

Einer der Freunde von Redaktor Otto Kunz in Deutschland war der in Detmold arbeitende Journalist und Schriftsteller Felix Fechenbach, der von den Nazis verfolgt, verhaftet und anlässlich seiner Überführung ins berüchtigte Konzentrationslager Dachau bei München am 7.

August 1933 von ihnen als einer der ersten Nazigegner ermordet wurde. In der Schweiz wusste man bereits Anfang der Dreissigerjahre über das Bestehen dieses Konzentrationslagers. Gattin Ida Fechenbach-Fey flüchtete bereits im Frühjahr 1933 mittellos mit ihren drei Kleinkindern über Konstanz/Kreuzlingen in die Schweiz und kam dann nach Arbon.

Sie und ihre in Deutschland verbliebenen Verwandten und Freunde verschafften sich unter grösster Gefahr Unterlagen über die Ermordung ihres Gatten Felix durch die Nazis. Im Jahre 1936 wurde vom Eichenverlag (Genossenschaftsdruckerei) Arbon anhand dieser Unterlagen das Buch «Felix Fechenbach» herausgegeben. Auf über 400 Seiten wird darin die Entwicklung des Nationalsozialismus und die Details über die Ermordung Fechenbachs durch die Nazis festgehalten.

Mit der Herausgabe des Fechenbach-Buches wurden die Entwicklung und die Folgen des Nationalsozialismus Anfang der 30er Jahre aufgezeichnet, mit dem Ziel, den Menschen in der Welt, aber auch in unserer Schweiz frühzeitig die Augen zu öffnen.

Nazi-Anhänger auch in Arbon

In unserem Land – auch in Arbon – hatten wir viele und zum Teil sehr aktive Nazi-Anhänger.

Es brauchte sehr grossen Mut der Initianten des Arboner Unternehmens unter der Leitung von Willy Biefer, ein solches Buch im Jahre 1936 herauszugeben. Am 23. November 1995, fast 60 Jahre nach der Veröffentlichung des Fechenbach-Buches, erschien in der NZZ ein längerer Artikel über den ermordeten Felix Fechenbach unter dem Titel «Friedenskämpfer und frühes Naziopfer». Im gleichen Jahr wurde in Zürich ihm zu Ehren eine Ausstellung durchgeführt.

In Detmold, wo Fechenbach bis zu seiner Ermordung durch die Nazis wirkte, wurden nach dem Krieg zu seinem Gedenken eine Strasse und ein Schulhaus nach ihm benannt sowie die Felix-Fechenbach-Stiftung errichtet.

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