Einmal kräftig auf die Pauke hauen

250 Schlagzeugspieler und solche, die es werden wollen, treffen sich in Weinfelden zum internationalen Drums und Percussion Camp. Die Kinder sammeln erste Erfahrungen. Die Jugendlichen und Erwachsenen holen sich bei den Profimusikern Tips.

Aylin Erol
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Volle Konzentration: Teilnehmer eines Drum-Workshops. (Bild: Donato Caspari)

Volle Konzentration: Teilnehmer eines Drum-Workshops. (Bild: Donato Caspari)

WEINFELDEN. Schon auf der Strasse hörte man am Wochenende vor der Musikschule und dem Pestalozzi-Schulhaus in Weinfelden lautes Trommeln. 250 Schlagzeugspieler, ob Anfänger oder Profi, gross oder klein, trafen sich am International Drums und Percussion Camp Weinfelden, welches erst zum zweiten Mal stattfand.

Während Kinder der «Youth/Fun-Class» erste Erfahrungen mit verschiedenen Instrumenten sammeln, konzentrierten sich Jugendliche und Erwachsene auf die Vertiefung ihrer Interessen.

«Es wäre wirklich toll, würdet ihr nicht trommeln, wenn ich etwas erkläre», ruft Daniel Locher, Trommellehrer an der Allgemeinen Musikschule Oberwallis, über die lauten Schläge der Buben hinweg. Langsam hört das Trommeln auf, auch wenn sich der eine oder andere Schlag nicht so ganz unterdrücken lässt.

Die eigene Cajon bauen

Mädchen sieht man zwischen all den Buben aber nur selten. «Ich nehme an, Schlagzeugspielen ist noch immer ein typischer Bubentraum. Das ändert sich aber langsam», meint Organisator und Schlagzeuglehrer Samuel Forster. Wenn er von der Musik spricht, glänzen seine Augen vor Freude. Der Musikverein Weinfelden und die Musikgesellschaft Märstetten unterstützten den Anlass mit Helfern, Räumlichkeiten und Instrumenten. Das Highlight für die Kinder wartet in der Werkstatt des Schulhauses Pestalozzi: Der Bau der eigenen Cajon. Dabei handelt es sich um eine Kleinstschlagzeug-Kiste aus Peru. «Dieses Wochenende entstehen über 80 Cajons», erklärt Cornelia Vetterli aus Rheinklingen, die die Kinder mit weiteren Helfern beim Bau betreut. Schon nach kurzer Zeit sind die ersten Kinderhände vom Leim verklebt.

Das grösste Schlagzeug Europas

Aussergewöhnlich in der Master-Class ist das grösste Schlagzeug Europas von Manni von Bohr. Es nimmt beinahe die Hälfte des Raumes ein. Abgesehen von seiner Grösse hat es noch eine Besonderheit: «Ich habe über viele Jahre eine eigene Technik entwickelt, um mit vier Pedalen Bassdrum zu spielen», sagt der deutsche Profischlagzeuger. Sein Schlagzeug besitzt acht Pedale. Die Kursteilnehmer sind beeindruckt und knien sich hin, um von Bohrs Füsse sehen zu können, wenn er die Pedale mit den Fersen und Zehen gleichzeitig und beidseitig bedient. Dann versuchen sie es selbst, was nicht so einfach ist. «Ihr müsst zuerst ein Gefühl für das Schlagzeug bekommen», muntert er die Teilnehmer auf.

Eine kleine Weltreise

«In der Master-Class geht es um die Vertiefung des Instruments», sagt Forster. Dozenten aus aller Welt seien eingeladen, weshalb viele der Kurse auf Englisch oder sogar mit Übersetzer gegeben werden. Forster: «Es ist sozusagen eine kleine Weltreise in Weinfelden.»