Einmal A positiv, bitte!

Endlich habe ich es gewagt! Es tat nicht weh, nur am Anfang hat es gezwickt. Gebannt beobachtete ich, wie das Blut von der Kanüle durch einen Schlauch in den Kunststoffbeutel floss.

Heidi Furrer
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Endlich habe ich es gewagt! Es tat nicht weh, nur am Anfang hat es gezwickt. Gebannt beobachtete ich, wie das Blut von der Kanüle durch einen Schlauch in den Kunststoffbeutel floss. Die Pflegefachfrau hatte zuvor meinen linken Arm begutachtet und sich eine Vene ausgesucht, diese mehrfach desinfiziert und dann die ziemlich dicke und lange Nadel eingeführt. Schon seit Ewigkeiten hatte ich mir gewünscht, Blut spenden zu dürfen. Da ich nun volljährig bin, steht mir diese Möglichkeit offen! Im Internet erfuhr ich, dass man in der Jugendherberge Romanshorn Blut spenden konnte. Diese Chance ergriff ich. Da ich Neuspender war, musste abgeklärt werden, ob ich überhaupt spenden darf. Es wurde analysiert, ob mein Blut genug rote Blutkörperchen besitzt. Und ich musste einen Fragebogen ausfüllen und Fragen beantworten wie «Fühlen Sie sich zurzeit gesund?» – «Ich bin ein bisschen gestresst, erkältet und übermüdet – aber sonst fühle ich mich topfit!» Auch mein Blutdruck wurde gemessen, der sich als niedrig herausstellte. Gott sei Dank erklärte mir der Arzt, dass dies nichts Schlimmes ist, denn Menschen mit tiefem Blutdruck leben länger... Nachdem ich als «blutspendetauglich» eingestuft war, durfte ich mich auf eine Liege legen. Als mein Blutbeutel gefüllt war, bediente ich mich an den leckeren Sandwiches, die im oberen Stock serviert wurden. Ich war richtig zufrieden mit mir. Es freut mich, dass ich durch das Blutspenden die Möglichkeit hatte, Menschen zu helfen – auch ohne ein Arzt zu sein.

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