Einen Schritt zurück statt vorwärts

TÄGERWILEN. Die kantonale Denkmalpflege hat die Erweiterung des Schulhauses Hauptstrasse in Tägerwilen blockiert. Die Schulbehörde kann das Baugesuch nicht auflegen, weil die Stellungnahme aus Frauenfeld noch fehlt.

Kurt Peter
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Das Schulhaus Hauptstrasse soll mit diesem Anbau erweitert werden. Das Projekt liegt nun auf Eis. (Bild: pd)

Das Schulhaus Hauptstrasse soll mit diesem Anbau erweitert werden. Das Projekt liegt nun auf Eis. (Bild: pd)

Die schlechte Nachricht kam fast zuletzt: «Es gibt keinen erfreulichen Stand der Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Hauptstrasse», sagte Daniel Heidegger, der in der Behörde der Volksschulgemeinde Tägerwilen zuständig ist für die Liegenschaften, am Montagabend an der Versammlung. Das kantonale Amt für Denkmalpflege habe seine Stellungnahme noch nicht eingereicht. Aufgrund bisheriger Annahmen müsse die Behörde davon ausgehen, dass das Amt den Anbau als zu gross betrachte. «Aber klare Aussagen gibt es nicht.»

Es sei sinnlos, das Baugesuch aufzulegen, wenn aus Frauenfeld eine negative Antwort folge. Im Vorfeld der Machbarkeitsstudie sei ein Vertreter der Denkmalpflege dabei gewesen. Aufgrund dieser Studie sei auch das Bauprojekt erarbeitet worden. «Trotz Gesprächen haben wir keine Information, warum die Erweiterung und Sanierung auf Eis gelegt wurden». Heidegger hofft auf den Termin am 2. Dezember, «der aber auch noch nicht bestätigt wurde». Dass der geplante Baubeginn vom Frühling 2015 eingehalten werden kann, glaubte er aufgrund der momentanen Situation nicht.

Budget 2015 mit Gewinn

Die Stimmberechtigten der Volksschulgemeinde Tägerwilen hatten zuvor einem Projektierungskredit von 100 000 Franken zur Erweiterung des Schulhauses Trittenbach mit 73 Ja- gegen 1 Neinstimme bei 4 Enthaltungen zugestimmt. In der Diskussion wurde gefordert, dass die in Elementbauweise erstellte Erweiterung an einem solch prominenten Ort auch architektonisch überzeugen solle. «Es gibt keine Kiste», erklärte Heidegger. Einen Wettbewerb schloss er aus terminlichen Gründen hingegen aus.

Das Budget 2015 sieht einen Ertragsüberschuss von 233 700 Franken vor. Dieses positive Ergebnis sei auf die neuen Abschreibungssätze aufgrund des harmonisierten Rechnungsmodells und höherer Steuererträge zurückzuführen, erklärte Stefan Keller, der Zuständige für die Finanzen in der Schulbehörde. Auch der Finanzplan bis 2018 sieht positive Rechnungsergebnisse vor, und das Eigenkapital weist nach der Rechnung 2013 knapp fünf Millionen Franken aus.

Trotz der Sanierung und Erweiterung des Schulhauses Hauptstrasse seien die Finanzen gesund, und das Wachstum der Gemeinde beschere steigende Steuereinnahmen. Eine Senkung des Steuerfusses von 100 auf 96 Prozent könne deshalb mit gutem Gewissen beantragt werden, denn «wir wollen keine Steuergelder auf Reserve», sagte Keller. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Budget und der Steuerfusssenkung anschliessend einstimmig zu.

Die geborene Präsidentin

Karin König-Ess hat bereits an der ausserordentlichen Versammlung Ende September ihren Rücktritt als Schulpräsidentin auf Ende Jahr angekündigt. Vizepräsident Thomas Schwemer bezeichnete sie als «Person, die alle und alles kennt und sich für alles interessiert». 2001 wurde sie in die Primarschulbehörde gewählt, 2005 in die Behörde der neuen Volksschulgemeinde und 2008 schliesslich an deren Spitze. «Sie war die geborene Präsidentin», meinte er anerkennend.