Eine ungewöhnliche Lektion

ERLEN. Mit Musik versucht «Coole Schule», Jugendlichen die französische Sprache schmackhaft zu machen. Die Erler Schüler finden Gefallen an diesem Projekt.

Hannelore Bruderer
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Darauf haben viele Schülerinnen und Schüler gewartet: Sängerin Léna Luce gibt nach dem Unterricht Autogramme. (Bild: Hannelore Bruderer)

Darauf haben viele Schülerinnen und Schüler gewartet: Sängerin Léna Luce gibt nach dem Unterricht Autogramme. (Bild: Hannelore Bruderer)

Die Schule Erlen ist eine von rund 60 Schulen, die Oliver Meyer mit der französischen Sängerin Léna Luce und ihrem Gitarristen Adrien Brunel während einer dreiwöchigen Tour besucht. Noch ist der Mehrzwecksaal leer. Auf der Bühne spielt sich Adrien Brunel ein, Léna Luce bereitet Autogrammkarten vor und Oliver Meyer legt Infomaterial auf. Im Korridor schwillt das Stimmengewirr an, die Sekundarschüler warten darauf, zu dieser aussergewöhnlichen Französisch-Lektion in den Saal eingelassen zu werden.

Konzentriertes Zuhören

Meyer stellt die Gäste vor. Léna Luce werde einen Song zweimal singen, erst mit Halb-Playback, dann unplugged, sagt er. Es ist ein Wettbewerb: Die Schüler müssen einen lückenhaften Text auf einem Talon vervollständigen. Nach der ersten Interpretation ist ungläubiges Stirnrunzeln zu sehen. Beim zweitenmal kommt die Stimme der 26jährigen Französin erst richtig zum Tragen. Der Text wird deutlicher und die Schüler können die fehlenden Worte einsetzen.

Schüler stellen Fragen

Dann steht die erste Fragerunde auf dem Programm. Um Hemmungen abzubauen, lädt Oliver Meyer die Jugendlichen dazu ein, der Sängerin und ihrem Begleiter ein schweizerdeutsches Wort zu nennen, das sie nachsprechen müssen.

Das Wort «Chuchichäschtli» wirft die beiden Franzosen nicht aus der Bahn. Mit «Chällerstägä» liefert ein Schüler einen weiteren Zungenbrecher, dessen Aussprache schon mehr Schwierigkeiten bereitet. Dann dreht Meyer den Spiess um: «Nun dürft Ihr der Sängerin Fragen stellen.» Zuerst wagt es niemand, den ersten Schritt zu machen. Nach weiteren Aufforderungen gehen dann doch einige Hände hoch. «Avez-vous une chanson préférée?», möchte eine Schülerin von Léna Luce wissen. «Oui, la chanson <Ne me quitte pas> de Jacques Brel», lautete die Antwort.

Resonanz via Soziale Medien

Nach weiteren Liedern erfahren die Schüler, dass Léna Luce eine Katze als Haustier hat, Vegetarierin ist und Schweizer Schokolade am liebsten zusammen mit Brot in Form eines Sandwichs verzehrt. Bevor es zurück in den Schulalltag geht, decken sich die Jugendlichen mit Autogrammen und Selfies ein.

Erfahrungsgemäss seien die Schüler immer etwas schüchtern, weiss Oliver Meyer zu berichten. «Meist folgen später aber doch einige Rückmeldungen zum Auftritt unserer Künstler über die Sozialen Medien.»

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