Eine tierisch gute Geschäftsidee

KREUZLINGEN. Der ehemalige Kreuzlinger Stadtrat Guido Leutenegger ist mit seiner Idee des Kuhinvestments für einen Innovationspreis der Schweizer Landwirtschaft nominiert. Er beweidet mit Hochlandrindern Tessiner Bergweiden.

Martina Eggenberger Lenz
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Der Bauer: Guido Leuteneggers Hochlandrinder leben während mindestens sieben Monaten auf Alpweiden. (Bild: zVg)

Der Bauer: Guido Leuteneggers Hochlandrinder leben während mindestens sieben Monaten auf Alpweiden. (Bild: zVg)

Guido Leutenegger und die schottischen Hochlandrinder sind in der Region Kreuzlingen seit 13 Jahren ein bekanntes «Team». So lange weiden die zotteligen Viecher schon im Seeburgpark. Zwei Jahre nach den ersten Startversuchen expandierte der frühere Stadtrat mit seiner Hochlandrinder-Haltung ins Tessin. Anfangs umfasste die Herde nur wenige Tiere. Mittlerweile hält Leuteneggers Firma Natur Konkret 420 Hochlandrinder. Mit der Herde ist auch das Unternehmen gewachsen. Zehn Mitarbeiter sind im Einsatz.

Unkonventionell

Der ehemalige Politiker ist bekannt für unkonventionelle Ideen. So hat er vor drei Jahren zusammen mit einem Bekannten das Kuhinvestment erfunden. Das funktioniert wie folgt: Man bezahlt einen Betrag von 2500 Franken an Natur Konkret. Im Gegenzug erhält der Geldgeber über zehn Jahre hochwertiges Hochlandrind-Fleisch im Wert von 350 Franken. Das entspricht einer Rendite von 1000 Franken.

Der Investor übernimmt also eine Art Patenschaft für ein Tier und kann dieses auch auf der Tessiner Alp besuchen, wenn er will. Schon 200 Personen konnte Guido Leutenegger überzeugen. Der Vorteil für den Unternehmer ist eine höhere Planungssicherheit und eine bessere Kundenbindung für den Fleischabsatz.

Beitrag an den Naturschutz

Das Geld der «Aktionäre» investiert Natur Konkret in den Erwerb neuer Tiere, die Infrastruktur der Weideflächen sowie in die Verbesserung der Fleischverarbeitung.

Die Hochlandrinder werden auf schwer bewirtschaftbaren Bergweiden gehalten und wirken der Verbuschung entgegen. Leutenegger hat 2500 Hektaren gepachtet. Das Gebiet erstreckt sich über 25 Gemeinden. Nun ist Leutenegger für den Agropreis 2010 nominiert. Zusammen mit vier weiteren Teilnehmern hat er sich gegen 60 Bewerber durchgesetzt und darf schon 5000 Franken mit nach Hause nehmen. Ausgezeichnet werden innovative Ideen im Bereich der Landwirtschaft. Der Preis steht unter dem Patronat des Schweizerischen Bauernverbandes.

Der Hauptpreis über 20 000 Franken wird am 4. November in Bern verliehen. «Ich freue mich natürlich über diese Anerkennung», meint der Öko-Vorreiter.