Eine Stadt mit Geheimnissen

BISCHOFSZELL. Verborgene Schätze aller Art gab es an der siebten Bischofszeller Museums -und Kulturnacht zu sehen. Schauplätze waren nicht nur die Museen. Einen besonderen Anziehungspunkt bildete diesmal auch das Bürgerarchiv.

Claudia Gerrits
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Staunen im Bischofszeller Museum: Konservator Gianni Christen zeigt einen 650 Jahre alten Kompass. (Bild: Claudia Gerrits)

Staunen im Bischofszeller Museum: Konservator Gianni Christen zeigt einen 650 Jahre alten Kompass. (Bild: Claudia Gerrits)

Bischofszell. Gespannt wartet eine Schar Besucher im Foyer des Bürgerhofs, bis sich eine Holztüre öffnet. Zum ersten Mal bietet sich die Gelegenheit, einen Blick ins Bürgerarchiv zu werfen und allerhand Schätze der Bischofszeller Bürgergemeinde zu entdecken, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind.

Im kleinen Raum mit den Holzschränken, den alten Familienwappen über der Türe, lagern zwar keine Dokumente mehr. Von den etwa 950 Urkunden der Bürgergemeinde, die heute im Rathaus sind, hat Elisabeth Stark etliche Besonderheiten für die Ausstellung im Bürgerhof ausgewählt, wie den Schirm- und Schutzbrief für das Heilig-Geist- Spital, den heutigen Bürgerhof, von Papst Urban aus dem Jahr 1386.

Verborgene Lebensgeschichten

Auch in der Galerie Freudenhaus sind die Besucher ganz Ohr, wenn jede Stunde eine Bischofszellerin oder ein Bischofszeller verborgene Lebensgeschichten hervorholt. Gerade erzählt Hedi Gämperle im Interview mit Ruth Keller aus ihrer Kinderzeit. Geboren an der Marktgasse und aufgewachsen an der Schottengasse, kennt Hedi Gämperle Bischofszell aus alten Tagen und weiss köstliche Geschichten zu erzählen.

Um ihren besondern Beruf als Restauratorin geht es bei Veronika Bosshard. Georg Strasser holt Geschichten ums Bitzibad, um Jugend und Sport aus seiner Lebensschatztruhe.

Texte in der Buchhandlung

In der Buchhandlung zum Turm staunen die Zuhörenden über die eindrücklichen Texte der grossen und kleinen Gewinner der ersten Bischofszeller Schreiblust und Lesenacht vom vergangenen März. Im Dunkeln, nur mit einer Taschenlampe ausgerüstet, gehen kleine und grosse Besucher im Historischen Museum auf Schatzsuche durch die Räume.

Ein 650 Jahre alter Kompass

Konservator Gianni Christen lüftet manche Geheimnisse um die gefundenen Schätze. Einen alten Tresor, einen Guckkasten, einen 650 Jahre alten Kompass und manch anderes aus dem sonst verborgenen Fundus des Museums gibt es zu bestaunen.

«Nur im Licht der Taschenlampe nimmt man alles ganz neu und anders wahr», freut sich eine Besucherin. Im Leinwandkeller geht es um Verborgenes unter Wasser. Präparate und Bilder zeigen 50 einheimische Fischarten. Von den Fischern ist manch Interessantes zu erfahren. Im Typorama ist es in den späten Abendstunden schon etwas stiller geworden. Gerade sind noch Kinder gekommen, um bei Hanspeter Kühnis in der Kinderecke mit alten Bleilettern einen Text zu setzen und zu drucken. Gar nicht so einfach, die Buchstaben im Setzkasten zu finden. Ein Blatt mit ihrem Namen in schönen schwarzen Buchstaben hält nachher die zwölfjährige Carina stolz in den Händen.

Konzert bei der PM1

In der PM1 spielt nochmals die Black Jacket Swing Big Band auf. Ihre Instrumente blitzen mit den Messingteilen an der alten Papiermaschine um die Wette. In der Altstadt sind noch die Nachtwächter auf dem letzten Rundgang unterwegs. Die Fackeln spiegeln sich in den Fensterscheiben in der Marktgasse, derweil die Lichter im Museum langsam ausgehen.

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