Eine schier unlösbare Aufgabe

Lust- und mutlos ist der Bericht des Weinfelder Gemeinderats zum Ortsbus-Konzept. Es wirkt, als habe die Exekutive ein Konzept erarbeiten lassen, um es dann gleich wieder beerdigen zu wollen, nur damit sie einen Punkt in ihren Legislaturzielen abhaken kann.

Mario Testa
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Lust- und mutlos ist der Bericht des Weinfelder Gemeinderats zum Ortsbus-Konzept. Es wirkt, als habe die Exekutive ein Konzept erarbeiten lassen, um es dann gleich wieder beerdigen zu wollen, nur damit sie einen Punkt in ihren Legislaturzielen abhaken kann. Bezeichnend die letzten Worte im Bericht: «Abschliessen und ad acta legen.» Bedarfsabklärungen wurden gar nie gemacht – lieber Trauben mit Birnen verglichen und daraus gefolgert, dass Trauben süss genug sind.

Eine sinnvolle Buslinie wurde im Variantenstudium durch ein enges Kostenkorsett so eingeschnürt, bis nur noch ein wackliges Gerüst eines Ortsbusses übrigblieb. Und dieses hätte das Parlament vorgestern zum Einsturz bringen sollen – Abrissbirne spielen wollte das Parlament aber nicht. Zugute halten muss man dem Gemeinderat, dass er das Konzept nicht kurzerhand selbst in der Thur versenkt, sondern es freiwillig dem Parlament vorgelegt hat für eine der seltenen Konsultativabstimmungen. Nun geht es ans Ausarbeiten einer Detaillösung und der Abstimmungsvorlage für eine vierjährige Testphase des Ortsbusses, über die dann das Stimmvolk entscheiden wird.

Ein grosses Manko bleibt. Die angedachte Lösung im jetzigen Konzept ist schwach. Das haben auch Bus-Befürworter in der Debatte festgestellt. Daraus bei gleichbleibend engem Korsett doch noch etwas Gutes zu zaubern, ist eine Herkulesaufgabe.