Eine Prise schwarzer Humor

BISCHOFSZELL. Mit dem Krimiklassiker «Arsen und Spitzenhäubchen» hat sich die Städtlibühne viel vorgenommen. Am 19. April ist Premiere. Es stehen noch intensive Proben an.

Claudia Gerrits
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Neffe Mortimer (Sven Schaback) mit seinen Tanten Abby (Felicitas Bötschi) und Martha (Edith Rey). (Bild: Claudia Gerrits)

Neffe Mortimer (Sven Schaback) mit seinen Tanten Abby (Felicitas Bötschi) und Martha (Edith Rey). (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. «Haltet eure Hände wie Pistolen gegeneinander, wenn ihr aufeinanderweist», fordert Reto Wiedenkeller Sandra Beck und Wout Willems auf. Die beiden stehen sich gerade als Polizeichefin Rooney und als Teddy, geistesgestörter Neffe der beiden alten Damen Abby und Martha Brewster, gegenüber.

Der Regisseur lässt die Sequenz nochmals durchspielen. Verschiedene Szenen folgen. Wiedenkeller beobachtet, greift da und dort ein, korrigiert etwas an der Sprechweise, an der Gestik der Spielenden. Immer wieder lassen ihn gelungene Passagen herzlich lachen. Es ist offensichtlich, die sieben Schauspielerinnen und sieben Schauspieler haben sich schon richtig in ihre Rollen eingelebt, auch wenn ab und zu noch im Textheft gespickt werden muss.

Proben seit Oktober

Es ist der zweite Probensonntag neben den wöchentlichen Proben am Donnerstag, die seit Oktober laufen. Statt die Bitzibühne dient an diesem Sonntag der Dachsaal im Therapiezentrum Blumenwiese als Theaterbühne. Manchmal ist der Platz etwas eng für die dichten Handlungsstränge in «Arsen und Spitzenhäubchen». «Die Bühne in der Kornhalle, dem Aufführungsort, wird vier Meter breiter sein», sagt Reto Wiedenkeller. Wie er erklärt, war die Wahl des Stücks ein gemeinsamer Entscheid der Truppe. «Selber wollte ich das Stück schon lange gerne einmal spielen», verrät er.

Es fehlt an Männern

Da bei der Städtlibühne nicht genug Männer dabei sind, hat Wiedenkeller das 1939 geschriebene Stück etwas angepasst. Alles, was zeitgebunden sei, habe er herausgenommen, erklärt er. So geht es ohne weiteres, dass bei der Polizei auch Polizistinnen agieren, statt eines Heimleiters eine Heimleiterin auftritt. Ausserdem ist als Gastspieler ein Mitglied der Herisauer Bühne mit dabei. Wegen dem Mangel an Männern spielt auch Reto Wiedenkeller in einer kleinen Rolle mit.

Für ihre aktuelle Produktion hat die Städtlibühne jedoch auch einige neue Mitwirkende, wie Sven Schaback. Als Jugendlicher von 11 bis 15 habe er oft Theater gespielt, erzählt der 23-Jährige. «So habe ich gedacht, jetzt packe ich es wieder.» Jetzt sei das Theaterspielen wieder anders, noch spannender als damals. Neu dabei ist auch Jana Wüthrich. «Ich habe immer gerne bei Schultheatern mitgemacht und letztes Jahr habe ich bei der Herisauer Bühne gespielt», erklärt die junge Akteurin, die jetzt die Heimleiterin Witherspoon verkörpert. «Arsen und Spitzenhäubchen» verspricht Hochspannung und Nervenkitzel, doch mit schwarzem Humor auch einiges zum Lachen, das wird schon nach einigen Szenen klar.

Das böseste aller Stücke

«Es ist das böseste von allen Stücken, die wir bisher spielten», findet Daniela Bötschi, Präsidentin der Städtlibühne und Regieassistentin. «Dieses Mal schaffe ich es auf zwölf Leichen, im letzten Kriminalstück der Städtlibühne vor sechs Jahren waren es nur zehn», witzelt Hampi Wüthrich. In der aktuellen Produktion gibt er dem Jonathan, dem bösen Neffen der Brewster-Schwestern, Gestalt. «Der Text hat nicht überall gestimmt, doch von der Dynamik her schon recht gut», kommentiert Reto Wiedenkeller, bevor es für die Schauspieler zur verdienten Mittagspause geht.

Aufführungen in der Kornhalle: Premiere 19. April, 20 Uhr. Aufführungen jeweils um 20 Uhr (Türöffnung 19 Uhr) am 23., 25., 26., 30. April und 2. Mai. Dernière am 3. Mai.