Eine neue Königin fürs Apfelreich

OBERTHURGAU. Am kommenden Samstag wird in Weinfelden an der Wega die neue Thurgauer Apfelkönigin gewählt. Gleich vier der neun Finalistinnen kommen aus dem Raum Oberthurgau.

Alessandro Reho
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Rahel Schmid, Amriswil (Bilder: zVg)

Rahel Schmid, Amriswil (Bilder: zVg)

«Der Thurgau wird oft schlechtgemacht und von vielen als Bünzli-Kanton gesehen», sagt die 22jährige Rahel Schmid, «ich will mithelfen, das Image meiner Heimat zu verbessern.» Bis vor kurzem lebte sie in Amriswil. Im August ist sie nach Kreuzlingen gezogen, da sie eine Stelle als Dentalassistentin in Winterthur angenommen hat. Neben dem kürzeren Arbeitsweg, hat das für sie einen weiteren grossen Vorteil: «Ich liebe den See – und jetzt bin noch näher dran.

» Seit sie wisse, dass sie unter den neun Finalistinnen sei, so Rahel Schmid, schaue sie genauer auf die Namen der Äpfel, die sie isst. Sie könne gut mit Leuten reden, benennt die junge Frau eine ihrer Stärken. «Jedoch muss ich mich noch ein bisschen mental auf den Bühnenauftritt vorbereiten.» Was ihr beim ersten Treffen mit ihren Konkurrentinnen aufgefallen ist: «Ich bin die einzige mit kurzen Haaren.» In ihrer Freizeit spielt Rahel Schmid Trompete bei der Guggenmusik Buchtäfäger in Salmsach.

Fünf Äpfel am Tag

Rebecca Haener wurde von ihrer Mutter zur Wahl angemeldet – und zwar weil sie so viele Äpfel isst. «In der Primarschule waren es locker fünf Stück am Tag», lacht die junge Hornerin. Ausserdem half sie dem benachbarten Bauern beim Ablesen der Früchte. Daher mache sie sich keine Sorgen um ihr Fachwissen. Die Apfelsorten habe sie intus, so die 21-Jährige. «Ansonsten gibt es auf jede Frage eine Antwort, auch wenn es die falsche ist. Man muss sie nur gut rüberbringen.

» Gelernt hat Haener Bäckerin/Konditorin. Nach der Lehre ist sie für ein Jahr nach Bolivien gereist und arbeitete dort als Volontärin in einem Kinderheim. Momentan macht sie die technische Berufsmatur in Frauenfeld und führt nebenbei mit Kollegen das Kulturzentrum Mariaberg in Rorschach. «Es ist mir wichtig, dass es für junge Leute Orte gibt, wo sie sich treffen können und die kulturellen Aspekte nicht zu kurz kommen.»

Rote Wangen wie ein Apfel

Wie ihre Oberthurgauer Konkurrentinnen hat sich auch Stephanie Hofstetter aus Arbon nicht selber zur Wahl der Apfelkönigin angemeldet. «Meine Kollegin dachte, das wäre der ideale Job für mich wegen meiner roten Bäckchen.» Nach anfänglicher Skepsis freut sich die 23-Jährige nun auf die Wahl. «Nachdem ich gesehen habe, was eine Apfelkönigin so macht, nämlich den Thurgau in der Schweiz zu vertreten und viele Kontakte zu knüpfen, war ich davon begeistert.

» Ausser dass sie jeden Tag einen esse habe sie mit Äpfeln nicht viel zu tun, gibt Stephanie Hofstetter zu. Als Vorbereitung auf die Wahl hat sich die Arbonerin im Internet ein wenig über den Thurgau informiert. «Zusätzlich lese ich jetzt immer den Kantonsteil in der Zeitung», sagt sie. Beruflich war Stephanie Hofstetter acht Jahre lang bei der Thurgauer Kantonalbank tätig.

Nach abgeschlossener Zweitwegmatura hat sie vergangenen Montag ein Germanistikstudium an der Universität Zürich begonnen. Ausserdem kann man die junge Finalistin gelegentlich in einer Tankstelle in Arbon antreffen, wo sie einige Stunden in der Woche jobbt.

Das einzige Bauernkind

Ariane Tanner aus Neukirch ist die einzige der vier Oberthurgauer Finalistinnen die auf einem Apfelbauernhof aufgewachsen ist. Angemeldet wurde sie von Vater und Bruder.

«Ich will vor allem junge Menschen motivieren, den Beruf des Obstbauern zu erlernen, denn es gibt viel zu wenige», sagt die 20-Jährige. Gezielt vorbereiten auf die Wahl werde sie sich nicht, sagt Ariane Tanner. «Ich bekomme sowieso genug Tips von Kollegen», lacht sie. Nachdem ihre Finalrundenteilnahme bekannt wurde, habe sie sich kaum mehr im Ausgang bewegen können, ohne dass sie von ihren Kollegen darauf angesprochen wurde.

Ariane Tanner hat vor kurzem die KV-Berufsmatur bestanden und arbeitet für die nächste Zeit am Schalter in der Post in Kreuzlingen. In ihrer Freizeit tanzt sie leidenschaftlich gerne Disco-Fox. Würde sie zur Thurgauer Apfelkönigin gekürt, würde sie sich auf ein Jahr voller neuer Kontakte und auf das Entdecken vieler unbekannter Orte freuen.

Rebecca Haener, Horn

Rebecca Haener, Horn

Ariane Tanner, Neukirch

Ariane Tanner, Neukirch

Stephanie Hofstetter, Arbon

Stephanie Hofstetter, Arbon