Eine Mulde voll Zivilisationsmüll

ARBON. Mit langen Haken und buddelnden Händen säuberten am Samstag Freiwillige das Arboner Seeufer und einzelne Bachläufe von Unrat. Zur Aktion «Seeputzete» hat der Fischer-Verein Arbon aufgerufen – mit sehr mässigem Echo.

Sara Blatter / Leena Eichenberger
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Kübel- und sackweise haben am Samstag freiwillige «Seeputzer» am Bodenseeufer, entlang von Bachläufen und beim Aachweiher den Saisonmüll eingesammelt und entsorgt. (Bilder: Leena Eichenberger)

Kübel- und sackweise haben am Samstag freiwillige «Seeputzer» am Bodenseeufer, entlang von Bachläufen und beim Aachweiher den Saisonmüll eingesammelt und entsorgt. (Bilder: Leena Eichenberger)

ARBON. Wenn im Herbst der Wasserspiegel sinkt und man am Seeufer entlang spaziert, springen dem Spaziergänger die Spuren vom Sommer ins Auge.

Abfallhalde Seeufer

Zum Vorschein kommen im Schlick viele Flaschen, Dosen und sonstiger Abfall, den die Leute unachtsam in den See werfen. Um diesen Zivilisationsmüll vom Ufer zu beseitigen, hat der Fischer-Verein am Samstag eine «Seeputzete» organisiert. Die Aktion gehört zum Jahresprogramm des Vereins, der sich um die Sauberhaltung des Lebensraums kümmert. Willkommen sind jeweils auch Helfer, die nicht Mitglied sind. Am Samstag war die Anzahl der Freiwilligen bescheiden, die mithalfen, das Ufer zu säubern. Die 14 Helfer besammelten sich am Morgen beim Hafenkiosk. Und nach einem Briefing machten sie sich dann auch schon an die Arbeit. Die Aufräumaktion starteten sie beim «Metropol» und arbeiteten sich vor Richtung Badi.

Die «Seeputzer» sammelten alles ein, was sich an Müll im Schlick angesammelt hat. Dabei gingen sie mit geschützten Händen und langen Haken zu Werke, damit sie auch Bierdosen aus dem Wasser fischen konnten. Auch schon fand man alte Küchenmaschinen und Sofas im Wasser sowie Pneus und Velos. Für jeden der Helfer ist klar, dass es gegen die guten Sitten ist, den Abfall einfach auf den Boden oder ins Wasser zu werfen.

Lebensraum entrümpeln

Durch die Aufräumarbeiten wollen die Helfer den Fischen einen besseren Lebensraum und günstige Laichgebiete verschaffen, die nicht mit Dreck belastet sind. Die Ansammlung an Müll füllte schon gegen Mittag 11 Uhr den ganzen Laderaum des Transportfahrzeugs mit Abfallsäcken. Bis am Schluss füllte sich dann eine grosse Mulde.

Bevölkerung sensibilisieren

Mit der Aktion will der Fischer-Verein nicht zuletzt die Bevölkerung sensibilisieren, sorgsam mit den natürlichen Lebensräumen umzugehen. Abfall gehöre in die Abfallkübel, nicht in den See. «Französische Entsorgung» könne man nicht nur Jugendlichen anlasten, redet eine freiwillige Helferin gegen ein Vorurteil an: «Auch gesetztere Leute werfen Abfall einfach fort.» Bei vielen Passanten an diesem sonnigen Samstag machte die Seeputz-Equipe mit ihrem Engagement Eindruck. Erfreut zeigte sich der Veranstalter, dass auch Jugendliche bei der Aufräumaktion mitmachten.