Eine Leidenschaft für Parfums

ARBON. Brigitte Lippuner sammelt seit 32 Jahren Parfumflaschen. Bis heute umfasst ihre Riech-Sammlung über 900 Düfte aus der ganzen Welt. In ihren Vitrinen finden sich orientalische Schätze, Schneekugeln und beeindruckende Kunstobjekte.

Lukas Griethe
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Brigitte Lippuner zeigt, welche Vielfalt an Formen und Farben ihre Parfumflaschen-Sammlung bietet. (Bilder: Lukas Griethe)

Brigitte Lippuner zeigt, welche Vielfalt an Formen und Farben ihre Parfumflaschen-Sammlung bietet. (Bilder: Lukas Griethe)

Brigitte Lippuner hat eine ungewöhnliche Sammelleidenschaft: In den Vitrinen in ihrem Keller stehen unzählige Flakons, eines schöner als das andere. Die Arbonerin betont, sie achte nur auf die Flasche, der Duft sei ihr egal. «Eines meiner arabischen Parfums hat eine wunderschöne Flasche, stinkt aber furchtbar.» In ihrer Sammlung stehen auch leere Flaschen.

Aus der ganzen Welt

Lippuner besitzt Parfums aus der ganzen Welt, unter anderem aus Dubai, Saudi-Arabien, den USA, Singapur und Monaco. Sie sagt: «Ich habe noch nie ein Parfum im Internet bestellt. Stattdessen bringe ich sie immer von Reisen mit.» Die 52-Jährige ist im Aussendienst tätig und reist entsprechend viel. Hauptsächlich entdecke sie neue Sammelstücke aber in den Ferien. Die Parfums seien ziemlich teuer, aber sie bekomme auch viele Parfums von Freunden, Verwandten oder ihrem Ehemann geschenkt. «Eine Freundin von mir, die eine Vorliebe für besondere Parfums hat, bringt mir oft ihre leeren Flaschen, weil sie von meiner Sammlung weiss.»

Grosse Namen

Unter ihren über 900 Flakons hat es viele Schmuckstücke. Eines kommt sogar von einer Schweizerin: Die Künstlerin Niki de Saint Phalle, berühmt für ihre Nana-Skulpturen, entwarf ihr eigenes Parfum, das mit einer kleinen Figur auf dem Deckel der Flasche geschmückt ist. Zu den besonders schönen Flaschen ihrer Sammlung gehört ein Flakon der Marke Jean Paul Gaultier in Form einer Schneekugel. Im Parfum schweben goldene Partikel umher. Laut Lippuner stelle Gaultier auch weitere besondere Flaschen her. «Eines seiner Parfums ist in einer Flasche, die einem Frauenkörper gleicht. Jedoch hat sie jedes Jahr ein anderes Kleid an.» Zu den edelsten Flaschen in ihrer Sammlung gehören wohl die arabischen. «Sie sind mit echtem Blattgold und Edelsteinen geschmückt und detailreich verarbeitet.» Natürlich habe sie in ihrer Sammlung auch die Klassiker wie das «Trésor» von Lancôme.

Speziell sind auch ihre Riesenflaschen, sogenannte Factisen, mit einem Volumen von mehreren Litern. «Das sind reine Ausstellungsstücke. Sie sind meist mit gefärbtem Wasser gefüllt.» Ein solches Gefäss sei aber ein teurer Spass. Der Preis gehe bis zu 1200 Franken pro Stück. Wenn die riesigen Gefässe mit Parfum gefüllt seien, seien sie unbezahlbar. «Dann kosten sie um die 7000 Franken.»

Ihr Lieblingsduft, den sie das ganze Jahr hindurch trägt, tanzt jedoch unter all den spektakulären Flaschen aus der Reihe. Sie sagt: «Das <Coco Chanel Mademoiselle> hat eine ganz langweilige Flasche. Dafür riecht es umso besser.» Sie mag das Parfum so, weil sie findet, dass es sehr gut zu ihr passe. Gemäss Lippuner solle ein Parfum die Person nämlich nicht dominieren, sondern abrunden.

Mit Miniaturen fing alles an

Ihre Sammelleidenschaft begann, als sie ein Muster einer berühmten Parfummarke bekam. «Mini-Parfumflaschen waren damals eine absolute Neuheit. Ich mochte diese Fläschchen so sehr, dass ich immer mehr sammelte.» Als sie dann schon eine Menge der kleinen Flaschen hatte, fing sie an, grosse Flaschen zu kaufen. «So ist dann meine Sammlung immer weiter gewachsen, bis ich sie in Vitrinen unterbringen musste.»

Hinter die Ohren

Lippuner erklärt, dass man ihre Sammlung in zwei Teile unterteilen kann: Parfums und Eaux de Toilette. Der Unterschied bestehe in der Konzentration. «Ein Parfum ist viel intensiver als ein Eau de Toilette.» Entsprechend sprühe man sich damit auch nicht ein, sondern tupfe nur einige Tropfen auf bestimmte Körperstellen.

«Bei den Damen gibt man etwas hinter die Ohren und auf das Handgelenk. Der Mann soll nämlich das Parfum riechen, wenn er die Frau auf die Wange oder die Hand küsst.»

Parfums in Form von Schneekugeln.

Parfums in Form von Schneekugeln.

Deckelfigur von Niki de Saint Phalle.

Deckelfigur von Niki de Saint Phalle.

Orientalische Flaschen mit Blattgold.

Orientalische Flaschen mit Blattgold.

Flakons in verschiedenen Kleidern.

Flakons in verschiedenen Kleidern.

In den Blüten steckt das Parfum.

In den Blüten steckt das Parfum.

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