Eine gescheite Sache

Ein weisser Fleck auf der Thurgauer Landkarte ist verschwunden. Als letzte Region im Kanton hat jetzt auch der Mittelthurgau seinen Kulturpool, aus dem er Geld an Kulturschaffende verteilen kann.

Esther Simon
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Die Gründungsversammlung im Weinkeller Felsenburg in Weinfelden wählte den Weinfelder Gemeinderat Valentin Hasler (r.) zum ersten Präsidenten des Kulturpools Mittelthurgau. (Bild: Nana do Carmo)

Die Gründungsversammlung im Weinkeller Felsenburg in Weinfelden wählte den Weinfelder Gemeinderat Valentin Hasler (r.) zum ersten Präsidenten des Kulturpools Mittelthurgau. (Bild: Nana do Carmo)

WEINFELDEN. Die Gründungsversammlung des Kulturpools Mittelthurgau (KPM) fand am Donnerstagabend im Weinkeller Felsenburg in Weinfelden statt. Etwa ein Dutzend Gründungsmitglieder aus den beteiligten Gemeinden und vom kantonalen Kulturamt waren vor Ort. «Jetzt verschwindet ein weisser Fleck von der Thurgauer Landkarte», sagte der Weinfelder Gemeinderat Valentin Hasler, den die Versammlung einstimmig zum ersten Präsidenten des KPM wählte. In der Tat ist der Mittelthurgau die letzte Region im Kanton, die einen Kulturpool ins Leben ruft. Damit hat auch diese Region dem kantonalen Kulturkonzept Genüge getan, das die Installation von regionalen Kulturpools vorsieht.

Fünf Gemeinden machen mit

Am KPM beteiligen sich vorerst die Gemeinden Amlikon-Bissegg, Berg, Bürglen, Märstetten und Weinfelden. Tagespräsident Max Vögeli gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass noch weitere Gemeinden dazustossen, «wenn sie sehen, was das für eine gescheite Geschichte ist».

Die beteiligten Gemeinden haben sich darauf geeinigt, dass die etwa 22 000 Einwohner je zwei Franken in den Pool einzahlen. Der Kanton verdoppelt den Beitrag auf rund 88 000 Franken. Die Hälfte der Gelder können die Gemeinden an Kulturschaffende vergeben; über die Vergabe der restlichen 44 000 Franken entscheidet der Vorstand des Kulturpools, der am Donnerstagabend ebenfalls gewählt wurde (siehe Kasten). Valentin Hasler betonte, dass es allerdings nicht nur ums Geld gehe. «Ziel ist, das Bewusstsein für regionale Kultur bei den Einwohnerinnen und Einwohnern zu stärken. Und die Gemeinden werden insofern entlastet, als die Geschäftsstelle des Kulturpools Mittelthurgau den Informationsfluss wesentlich vereinfachen wird.»

Sehr gute Vorlage

Die Vorbereitungsarbeiten hätten im Mai begonnen, sagte Hasler. «In drei Sitzungen erstellten wir Statuten, Richtlinien, Beurteilungskonzept, Formulare und Website.» Dass man zügig arbeiten konnte, sei vor allem Andreas Müller vom Kulturpool Oberthurgau zu verdanken. «Er lieferte eine sehr gute Vorlage.»

Weitere Infos: Geschäftsstelle Kulturpool Mittelthurgau, Frauenfelderstrasse 10, Weinfelden www.kulturpool-mittelthurgau.ch