Eine Fusion – viele Fragen

SALMSACH. 300 Salmsacher und Romanshorner haben die erste öffentliche Informationsveranstaltung zur Fusion der beiden Gemeinden besucht. Im Zentrum des Anlasses standen das neue Wappen, der Steuerfuss und das Verfahren der Abstimmung.

Michèle Vaterlaus
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Die Romanshorner und Salmsacher stimmten über das Fusionswappen ab. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Die Romanshorner und Salmsacher stimmten über das Fusionswappen ab. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Ein knappes Jahr lang haben 65 Salmsacher und Romanshorner in sechs Arbeitsgruppen die Fusion zwischen Romanshorn und Salmsach geprüft. An einer Informationsveranstaltung vom Mittwochabend präsentierten sie zum ersten Mal die Ergebnisse öffentlich. Sie lieferten Antworten auf Fragen wie: Lohnt sich eine Fusion für Romanshorn und Salmsach aus finanzieller Hinsicht? Welches Wappen soll eine neue Gemeinde bekommen? Und wie wird eigentlich abgestimmt?

Knapp 300 Personen folgten der Einladung in die Bergli Turnhalle in Salmsach. Der Moderator Jean-Claude Kleiner erklärte zu Beginn: «Bei einer Fusion gibt es Aspekte, die im Kopf entschieden werden, einiges ist aber Herzenssache.»

Steuerfuss bei 71 Prozent

Kopfsache sind die Finanzen. «Eine Fusion kommt nur zustande, wenn man mindestens den tiefsten Steuerfuss halten kann», sagte Kleiner. Und da sieht es nicht schlecht aus: «Die Analysen der Gruppe Finanzen und Liegenschaften zeigen, dass es möglich ist, den Steuerfuss von 71 Prozent zu halten», sagt der Gruppenleiter und Salmsacher Gemeinderat Reto Hartmeier. Das entspricht dem heutigen Steuerfuss von Salmsach. Jener von Romanshorn liegt bei 74 Prozent. Zwar würde die Fusionsgemeinde bei diesem Satz jährlich 500 000 Franken weniger einnehmen. Das könnte jedoch mit Synergieeffekten kompensiert werden. Das heisst: Man spart im Falle einer Fusion zum Beispiel Mitarbeiter in den Behörden, man kann gemeinsam Büromaterial einkaufen, und die Werkhöfe können das Material gemeinsam nutzen.

Es gibt einen Haken

Der Haken: Die Spareffekte stellen sich nicht sofort ein. Sondern erst drei bis vier Jahre nach der Fusion. Ein Zustupf des Kantons in der Höhe von 900 000 Franken würde der neuen Gemeinde aber helfen, mindestens das erste Jahr zu überbrücken.

Entscheidend ist aber nicht nur der Steuerfuss der politischen Gemeinde, sondern auch jener der Schulgemeinden. «Mit einem Zusammenschluss könnte der Steuerfuss der Primarschule Salmsach stark gesenkt werden», sagte Hartmeier. Dabei spielt die Wahl des Schulmodells, welches die neue Gemeinde haben wird, auch eine Rolle (siehe Kasten).

Geheime Abstimmung

Geplant ist, dass die Stimmbürger im November über die Fusion abstimmen. Zuerst Salmsach an einer Gemeindeversammlung am 22. November, danach Romanshorn am 24. November an der Urne. Zu diesem Verfahren gab es im Anschluss an die Präsentation Fragen im Publikum. Die Salmsacher Gemeindeordnung schreibt nämlich vor, dass die Abstimmung offen vonstatten geht. Ein Teilnehmer äusserte Bedenken, dass die Romanshorner so das Ergebnis aus Salmsach im Moment ihrer Abstimmung bereits kennen und dadurch beeinflusst werden.

Der Salmsacher Gemeindeammann Kurt Helg erklärte, dass der Kanton sogar dazu geraten habe, die Abstimmung in Salmsach mindestens vier Wochen vor Romanshorn durchzuführen.» Falls das Ergebnis negativ sei, spare man sich den Versand der Botschaften in Romanshorn. «Das wollen wir aber nicht.» Eine geheime Abstimmung sei an der Versammlung möglich. «Wir müssen einfach einen entsprechenden Antrag stellen.» So würden die Stimmzettel in eine Urne geworfen, diese würde versiegelt und erst dann wieder geöffnet, wenn die Romanshorner abgestimmt haben.» Es sei auch denkbar, dass Salmsach offen abstimme, aber erst nachdem Romanshorn entschieden habe. Die Projektleiter wollen die Varianten nun prüfen.

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