Eine Ferienwoche für die Blasmusik

KREUZLINGEN. Nach einem intensiven Musiklager in Wildhaus zeigten die 68 Mitglieder des Jugendblasorchesters Thurgau beim grossen Auftritt zum Abschluss eine reife Leistung. Das Konzert am Freitagabend im Sport- und Kulturzentrum Dreispitz in Kreuzlingen war geprägt von viel Spielfreude und Engagement.

Erwin Schönenberger
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Zwei Musikanten des Jugendblasorchesters ahmen einen Specht und eine Ente nach. (Bild: Erwin Schönenberger)

Zwei Musikanten des Jugendblasorchesters ahmen einen Specht und eine Ente nach. (Bild: Erwin Schönenberger)

Eine ganze Woche haben die 68 Teilnehmer des diesjährigen Musiklagers des Jugendblasorchesters Thurgau von ihren Ferien ihrem Hobby, der Blasmusik, gewidmet. In Wildhaus wurden täglich mehrere Stunden unter der Leitung von zehn Registerleitern und dem Dirigenten Armin Renggli geprobt und dabei ein anspruchsvolles Programm eingeübt. Dass dabei die Freizeitaktivitäten nicht zu kurz kamen, gehört zu einem gut geführten Lager.

Viele Jugendliche im Publikum

Beim gut besuchten Abschlusskonzert in Kreuzlingen zeigten die Jugendlichen, dass sie fähig sind, auch schwierige Werke zu bewältigen, und diese erst noch mit viel Freude zu interpretieren. Erstaunlich bei der Zusammensetzung des Publikums war, dass neben gestandenen Mitgliedern Thurgauer Musikvereine besonders viele Jugendliche das Konzert ihrer Kameraden genossen und deren Leistungen bejubelten.

Modernes und Traditionelles

Mit «Abram's Pursuit» hat Dirigent Armin Renggli für sein grosses Orchester zum Auftakt eine Komposition ausgewählt, welche die ganze Leistungsfähigkeit der Jugendlichen unter Beweis stellte. Dank höchster Konzentration meisterten die Musikanten das von Synkopen und Disharmonien strotzende Werk mit bestechender Sicherheit. Einen besonderen Genuss bereitete der Euphonium-Solist Werner Bühler mit seiner gefühlvollen Interpretation des Solostücks «Green Hill». Da konnte man sich zurücklehnen und in die musikalische Beschreibung der irischen Landschaft eintauchen. Der Jubel der jugendlichen Zuhörer war mehr als verdient. Solistisches dann auch in den Improvisationen einiger Bläser in «Monastery Tales». Und auch die Freunde der Marschmusik kamen zum Schluss des ersten Konzertteils auf ihre Rechnung. Der zweite Konzertteil war geprägt von bekannten und originellen Nummern aus dem Bereich der Unterhaltungsmusik. Originell kommentiert vom Moderator Mario Testa tauchte man ein in die Welt der heutigen Schlager und Hits. Im besonderen und anspruchsvollen Arrangement von «There's no business like show business» begeisterte das Orchester mit einem Klang, der sehr nahe an jenen moderner Showbands heranreichte. Da war die Freude der Jugendlichen an dieser Musik besonders gut spürbar.

Die Ente und der Specht

Originelles wie «The Duck and the Woodpecker» mit dem Einsatz von zwei Entenlockflöten und einem «Specht» spiegelte die Spielfreude der Jugendlichen ebenso wider wie der Abschluss des Konzerts mit dem irischen Tanzhit «Riverdance», der mit seinen ungewohnten Taktarten nochmals alles vom Orchester abverlangte. Der gewaltige Schlussapplaus bewies den Teilnehmern des Musiklagers, dass ihre Leistung gewürdigt wurde. Sicher haben viele den Termin des nächsten Lagers schon im Kalender eingetragen.