Eine Allee mit neun Bäumen

SALMSACH. Gemeinderat Walter Kradolfer träumt von einer durchgehenden Allee von Salmsach bis nach Amriswil. Die ersten neun Bäume wurden nun mit Hilfe von Salmsacher Bürgern gepflanzt, die gleich noch eine Lektion in Pflanzenkunde erhielten.

Andrea Kern
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Grosse und kleine Salmsacher packen bei der Baumpflanzung unter der Leitung von Walter Kradolfer (blauer Arbeitsanzug) mit an. (Bild: Andrea Kern)

Grosse und kleine Salmsacher packen bei der Baumpflanzung unter der Leitung von Walter Kradolfer (blauer Arbeitsanzug) mit an. (Bild: Andrea Kern)

Ausgerüstet mit Schaufeln, Handschuhen und robusten Schuhen versammelt sich eine kleine Gruppe Salmsacher beim Schulhaus Bergli. Es ist Samstag, acht Uhr morgens, die Vögel zwitschern bereits munter, und es tröpfelt leicht. Das heutige Vorhaben: Neun Bäume zu pflanzen, die den ersten Teil einer Allee bilden. Für Gemeinderat Walter Kradolfer, der die freiwilligen Helfer instruiert, ist das Wetter geradezu ideal. «Die Bäume können so im Trockenen gesetzt werden, danach soll es giessen.»

Kirsch- und Nussbäume

Unterstützt wird Walter Kradolfers Vorhaben vom Fonds Landschaft Schweiz (FSL). «Der FSL finanziert Projekte, welche die Natur möglichst intakt behalten», erklärt er und weist auf die geschichtliche Bedeutung von Alleen hin: Einerseits entwässert das Holz die Strasse. «Andererseits dienen die Bäume als Schattenspender. Das merkte bereits Napoleon. So konnten seine Soldaten im Schatten marschieren.»

Mit fünf Grundeigentümern habe der Gemeinderat Gespräche geführt, doch drei seien abgesprungen. «Die Bauern wollte sich wegen der Bewirtschaftung des Landes nicht binden lassen.» Die zwei verbliebenen Landbesitzer konnten die Baumsorte selber auswählen. «Es sollten aber robuste Bäume sein, die schnell wachsen», sagt Walter Kradolfer, der am liebsten Birnbäume genommen hätte. «Doch die sind zu anfällig auf Feuerbrand.» So entschied sich Ernst Wattinger aus Fehlwies für vier Kirschbäume. Auf Hans Müllers Land kurz vor Salmsach hingegen werden fünf Nussbäume gepflanzt.

«Hoffe auf Schneeballeffekt»

«Die Wurzel ist empfindlich auf das Austrocknen und verdorrt schnell», warnt Walter Kradolfer und erteilt den Helfern gleich noch eine kurze Lektion in Pflanzenkunde. «Damit eine Pflanze richtig gedeiht, muss zwei Drittel der Biomasse in der Erde stecken.»

Die Löcher für die neun Bäume wurden bereits am vorherigen Tag gegraben. «Das ist die mühsamste Arbeit.» Die jungen Bäume liegen nun daneben und müssen einzeln eingepasst werden. «Gute Erde ist dunkel.

Wenn möglich sollen keine Grasmocken rein», erklärt der Gemeinderat das weitere Vorgehen. Nebst der aufrechten Lage muss noch etwas Wichtiges beachtet werden: «Bis 4,5 Meter darf kein Ast in die Strasse ragen», sagt Walter Kradolfer, der die Bäume deshalb noch zurechtstutzt.

«Ich hoffe, es gibt nun einen Schneeballeffekt. Wenn jedes Jahr zehn Bäume gepflanzt werden könnten, wäre ich in sechs bis sieben Jahren zufrieden», überlegt der Gemeinderat.

Seine Vision: «Ich möchte als alter Mann von Salmsach bis nach Amriswil unter einer Allee spazieren können.»

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