Einbahnverkehr als Versuch

AMRISWIL. Angelehnt an die Umgestaltung der Bahnhofstrasse hat die Stadt nun auch für den Rennweg ein Projekt ausgearbeitet. Der geplante Einbahnverkehr stösst bei den Detaillisten noch auf Skepsis.

Roger Häni
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Das Abbiegen von der Bahnhofstrasse (rechts) in den Rennweg (Mitte oben) soll auch künftig möglich sein – aber ohne Gegenverkehr. (Archivbild: Helio Hickl)

Das Abbiegen von der Bahnhofstrasse (rechts) in den Rennweg (Mitte oben) soll auch künftig möglich sein – aber ohne Gegenverkehr. (Archivbild: Helio Hickl)

In der Vernehmlassung zur Umgestaltung der Bahnhofstrasse hatten einzelne am nahen Rennweg ansässige Fachgeschäfte Kritik geäussert. Sie waren aufgrund der ursprünglichen Ankündigung davon ausgegangen, dass der Rennweg Teil des Projekts Bahnhofstrasse sein würde.

«Wir hatten den Rennweg nicht vergessen, ihn aber von der Bahnhofstrasse entkoppelt, weil wir die Entwicklung eines Gestaltungsplans für die Südseite des Bahnhofs abwarten wollten», blickt der Amriswiler Bauverwalter Manfred Wagner auf letzten Herbst zurück.

Aufgrund der schlechten Aussichten des Gestaltungsplans wurde die Planung des Rennwegs nun doch vorangetrieben. Diese Woche informierten Vertreter der Stadt sowie zwei Planer die Hauseigentümer, Detaillisten und Anwohner über die geplante Umgestaltung und Sanierung.

Mangel an Ambiente

Der Rennweg sei allgemein in einem schlechten Zustand, sagt Wagner. Die Werkleitungen müssten saniert beziehungsweise ersetzt werden, und es mangle der Strasse an Ambiente. Das ausgearbeitete Projekt sei stark an die Gestaltung der Bahnhofstrasse angelehnt. Wie auf der Bahnhofstrasse ist auf dem Rennweg ein Natursteinband von 50 Zentimeter Breite als Sicherheitsstreifen zwischen Fahrbahn und Gehbereich vorgesehen. Geplant ist unter anderem auch eine klarere Anordnung der Parkfelder oder eine neue Akzentbeleuchtung.

Manfred Wagner spricht von einer angenehmen Diskussion mit den rund 20 Besuchern der Informationsveranstaltung. «Das vorgeschlagene Einbahnsystem von Süden her goutieren aber nicht alle gleich.»

Manche Anwohner und Detaillisten befürchten Raserei und Nachteile, wenn die Zufahrt vom Bahnhof her nicht mehr möglich ist. Ein Einbahnsystem sei eine Einschränkung, sagt Marianne Baumer Tanner von Svec Uhren-Bijouterie. Ihr ist es wichtig, dass der Rennweg nicht abgeschnitten wird. Leo Hollenstein vom Café Hollenstein spricht von gemischten Gefühlen. Beim Kreuzen werde es heute tatsächlich sehr eng, handkehrum gehe im Falle eines Einbahnsystems der direkte Anschluss vom Bahnhof verloren.

«Rennweg wird sicher saniert»

Positiv äussern sich beide Rennweg-Detaillisten zum Vorschlag der Stadt, vor den eigentlichen baulichen Massnahmen eine Versuchsphase zu starten. Vor der Informationsveranstaltung sei eine gleichzeitige öffentliche Planauflage von Bahnhofstrasse und Rennweg geplant gewesen, auf diese Kupplung verzichte man nun, sagt Manfred Wagner. Er hält zur Freude der Detaillisten aber fest: «Der Rennweg wird sicher saniert.»

Ende 2014 oder Anfang 2015 dürfte es laut dem Bauverwalter so weit sein. Die rund einjährige Versuchsphase mit Einbahnverkehr dürfte im Frühling 2013 starten, wenn der erste Teil der Bahnhofstrasse bis Höhe Winkelriedstrasse fertig ist. Sie werde dann ihre Kunden befragen, was sie von der neuen Verkehrsregelung halten, kündigt Marianne Baumer an.

Der Amriswiler Stadtrat hält ein Einbahnsystem auf dem Rennweg für vertretbar. Er verweist in einer Mitteilung darauf, dass für die Fahrt in die Gegenrichtung die Dianastrasse zur Verfügung stehe, welche nur einen geringen Umweg bedeute.

Der Amriswiler Bauverwalter Manfred Wagner. (Bild: rh)

Der Amriswiler Bauverwalter Manfred Wagner. (Bild: rh)