Ein Worst-Case-Szenario

ROMANSHORN. Für das letzte Jahr hat die Stadt den Steuerfuss gesenkt. Der Stadtammann schliesst aber eine erneute Steuererhöhung nicht aus. Kopfzerbrechen bereiten ihm die Sozialkosten. Die Rechnung 2014 schliesst noch positiv ab.

Michèle Vaterlaus
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David H. Bon, Stadtammann von Romanshorn. (Bild: Nana do Carmo)

David H. Bon, Stadtammann von Romanshorn. (Bild: Nana do Carmo)

Von einem Worst-Case-Szenario redet Stadtammann David H. Bon, wenn er von den Sozialkosten im vergangenen Jahr spricht. «Im Prinzip erzählen wir jedes Jahr das Gleiche», sagt er. Diese Kosten steigen ständig. Sie sind denn auch der gewichtigste Grund dafür, dass das Ergebnis der Rechnung 2014 schlechter ist als jenes im Vorjahr. Die Kosten der Sozialhilfe schlagen mit 1,5 Millionen Franke zu Buche, budgetiert wurde mit 1,1 Millionen Franken. Nachdem die Stadt 2014 die Steuern um zwei Prozentpunkte gesenkt hatte, schliesst die Rechnung mit einem kleinen operativen Gewinn von 15 527 Franken. Wobei dieses Ergebnis nicht mehr mit jenen der Vorjahre vergleichbar ist.

Mehr Steuern eingenommen

Der Grund dafür ist, dass 2014 zum ersten Mal das neue Rechnungslegungsmodell HRM2 eingesetzt wurde. Die Stadt habe das System sukzessive eingeführt. Änderungen gebe es beispielsweise bei den Abschreibungen. Insgesamt sei das System aber transparenter, sagt Bon.

Auch wenn die Zahlen etwas anders aussehen als bisher, so bleibt die Entwicklung der Finanzen – nicht nur bezüglich der Sozialhilfekosten – in etwa die gleiche: Durch das Wachstum hat Romanshorn wiederum mehr Steuern eingenommen. Der Steuerertrag ist um rund 810 000 Franken höher ausgefallen als budgetiert und beträgt 13,6 Millionen Franken. Den Personalaufwand hatte die Stadt 2014 im Griff, die Kosten dafür liegen rund 110 000 Franken tiefer als im Budget vorgesehen.

7 Millionen Franken Schulden

Die Investitionsrechnung weist Bruttoausgaben von knapp 2,9 Millionen Franken aus. Die grösseren Posten waren die Anschaffung von zwei neuen Salzsilos im Werkhof, ein neues Fahrzeug für die Feuerwehr, die Sanierung von Strassen und Kanälen sowie der Bau von Unterflur-Sammelbehältern. Der grösste Einzelposten war jedoch der Baubeitrag an die Demenzwohngruppe im Pflegeheim von 841 00 Franken.

Das Pflegeheim mache auch den grössten Posten bei der Fremdfinanzierung aus. Romanshorn hat derzeit langfristige Schulden von sieben Millionen Franken, rund elf Millionen fallen auf die Finanzierung von Neubau und Sanierung des Pflegeheims. Wobei das Pflegeheim das Geld für die Sanierung zurückzahlen wird. «Doch das geht natürlich nicht von heute auf morgen, das dauert ein paar Jahre», erklärt der Stadtammann.

Stimmvolk entscheidet

Nichtsdestotrotz: «Unsere Finanzen sind gesund», sagt der Stadtammann. Das Nettovermögen der Stadt beläuft sich auf 4,7 Millionen Franken und der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei knapp 80 Prozent. Klar: «Wir haben nach dem neuen Rechnungslegungsmodell bei den Abschreibungen weniger Spielraum. Je nachdem wie es weitergeht, kann es sein, dass wir die Steuern erhöhen müssen.»

Über die Rechnung befindet das Stimmvolk an der Gemeindeversammlung vom Dienstag, 26. Mai.

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