Ein unerträglicher Hamster sorgt für Konfliktstoff

BISCHOFSZELL. Mit einer Kostprobe hatte Niels van der Waerden die Literaria an ihrer letztjährigen Jahresversammlung überzeugt. Deshalb stand der Musiker und Kabarettist aus Zürich am Freitagabend in der Aula Sandbänkli auf der Bühne und bot dem Publikum einen genussvollen kabarettistischen Abend.

Claudia Gerrits
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Niels van der Waerden beim Auftritt in Bischofszell. (Bild: Claudia Gerrits)

Niels van der Waerden beim Auftritt in Bischofszell. (Bild: Claudia Gerrits)

BISCHOFSZELL. Mit einer Kostprobe hatte Niels van der Waerden die Literaria an ihrer letztjährigen Jahresversammlung überzeugt. Deshalb stand der Musiker und Kabarettist aus Zürich am Freitagabend in der Aula Sandbänkli auf der Bühne und bot dem Publikum einen genussvollen kabarettistischen Abend.

Mit Musik aus ganz unterschiedlichen Schubladen wartet der 32-Jährige auf, pendelnd zwischen verschiedenen Zeiten. Ein Lied von Georg Kreisler macht den stimmigen Auftakt. Noch ein paarmal wird Niels van der Waerden Kreisler das Wort geben, aber nicht mit dessen bekannten Liedern voll schwarzen Humors, sondern mit weniger gehörten Werken wie «Die Hexe» oder «Der Ausländer».

Die Mimik passt dazu

In Otto Reutters 1920 geschriebenem Couplet «Der Überzieher» glänzt Niels van der Waerden auch mit Zungenfertigkeit, genauso in Friedrich Holländers «Filet Stroganoff». Ob es Lieder sind von Berthold Brecht, Dieter Süverkrüp, dem Cabaret Cornichon oder des 1975 geborenen Sebastian Krämer – Niels van der Waerden interpretiert alle mit Herz und passender Mimik. Er beeindruckt mit seinem leichthändigem Klavierspiel. Ein Gedicht von Max Goldt hat er selber vertont.

Mitsingendes Publikum

Aus Niels van der Waerdens eigener Feder stammt das Lied, welches das letzte sein sollte. «Es ist dein Hamster, der mir so unerträglich ist», beklagt er sich bei seiner Freundin, mit der er die Wohnung teilt. Doch was ist mit seinem Orang Utan, der ebenfalls im Hause lebt? Ohne Zugaben geht es nicht. «Hey, hey, hey» singt das Publikum begeistert mit, als Niels van der Waerden als dritte und letzte Zugabe ein weiteres Lied Krämers vorträgt.

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