Ein Theater zum Geburtstag

Hohe Schülerzahlen veranlassten die Buhwiler 1911, ein neues Schulhaus zu errichten. Das 100-Jahr-Jubiläum feiert die Schule mit einer Ausstellung und einer Theateraufführung.

Hannelore Bruderer
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Mal Schule, mal Kindergarten und zwischendurch ein Lagerraum – das Schulhaus Buhwil. (Bild: Hannelore Bruderer)

Mal Schule, mal Kindergarten und zwischendurch ein Lagerraum – das Schulhaus Buhwil. (Bild: Hannelore Bruderer)

BUHWIL. Oben über dem Dorf thront das Schulhaus Guggenbühl. Ein Schmuckstück ist es mit dem kleinen Türmchen auf dem Giebel, dessen Uhr die Zeit in alle Himmelsrichtungen schickt. Generationen von Schülerinnen und Schülern haben hier die Primarschule besucht, heute gehen hier ein gutes Dutzend Buben und Mädchen in den Kindergarten.

Das Schulhaus ist heuer 100 Jahre alt. Mit einer Ausstellung und einer Theatervorführung wird das Jubiläum gefeiert. Für die Ausstellung hat der frühere Schulpräsident Albert Schönholzer Fotos zusammengetragen, die vor den Theatervorführungen bestaunt werden können. Eine Broschüre liefert weitere Informationen. Unter der Regie von Hanna Brenner zeigt die Theatergruppe Buhwil an zwei Abenden das Stück «De Lieblingsschüeler».

Investition nicht gescheut

Es sei ein mutiger Entscheid gewesen, den die Buhwiler zu Beginn des letzten Jahrhunderts gefällt haben, sagt Albert Schönholzer. «Die Umbauarbeiten für das frühere Schulhaus, das sich neben dem Dorfladen befand, hätten 19 000 Franken gekostet, ein neues Schulhaus 70 000 Franken. Mit 43 Ja- zu 5 Nein-Stimmen entschieden sich die Stimmbürger damals für den Neubau.» Sieben Jahre nach dem Bezug des neuen Gebäudes wurde für die rund 80 Schüler ein zweiter Lehrer eingestellt, aber bereits 1924 wurde diese Stelle wieder gestrichen. An den Lehrer Traugott Gimmi erinnern sich besonders viele Buhwiler. «Mein Schwiegervater, geboren 1911, ging zu ihm in die Schule wie auch mein Mann, der 1954 zur Welt kam», sagt Hanna Brenner.

Wechselvolle Geschichte

Im Jahr 1972 wurde der Schulbetrieb im Guggenbühl eingestellt. Die zwölf Primarschüler wurden damals mit Privatautos zur Schule in Neukirch chauffiert. Albert Schönholzer, seinerzeit Buhwiler Schulpräsident, erinnert sich: «Ich war Schulpräsident in einer Zeit, als im Schulhaus keine Schüler mehr unterrichtet wurden und die Schulzimmer als Lagerraum benützt wurden. Aber bereits zwei Jahre später kam es zu einer Zusammenarbeit mit den Schulen in Neukirch und Schweizersholz. Und in unserem Schulhaus wurden wieder die Erst- und Zweitklässler aller drei Schulgemeinden unterrichtet.» Für die 3. und 4. Klasse fuhren die Kinder mit dem Postauto nach Schweizersholz, für die 5. und 6. Klasse nach Neukirch.

Kindergarten erhalten

Das ging einige Jahre gut, dann schied Schweizersholz aus dem Zusammenschluss aus. Bevor es Mitte der 90er-Jahre zum erneuten Aus für den Schulbetrieb in Buhwil kam, wurden dort die drei unteren Primarschulstufen unterrichtet und in Neukirch die drei höheren. 2006 schlossen sich die Primarschulgemeinden Buhwil-Neukirch, Mettlen, Schönholzerswilen und Wuppenau zur Volksschulgemeinde Nollen zusammen. Gegen die geplante Stilllegung des Kindergartens im Jahr 2010 wehrten sich die Buhwiler erfolgreich. Die hellen Unterrichtsräume, der Spielplatz und die grosse Spielwiese fernab vom Verkehr bieten den Kindergärtlern Platz, um sich auszutoben. «Für uns ist es wichtig, dass der Kindergarten dem Dorf erhalten bleibt», sind sich Hanna Brenner und Albert Schönholzer einig. Einen guten Grund dafür nennen sie auch gleich: Die Anzahl Kinder ist wieder am Steigen.