Ein Sturm im Wasserglas

Mit einer einzigen Gegenstimme machten die Romanshorner den Weg frei für die Überbauung des Betriebsgeländes der Drahtseilfabrik Fatzer an der Salmsacherstrasse mit über 100 Wohnungen in zwei Häusern. Sie sagten fast diskussionslos Ja zur Umzonung und Ja zur Änderung des Baureglements.

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Mit einer einzigen Gegenstimme machten die Romanshorner den Weg frei für die Überbauung des Betriebsgeländes der Drahtseilfabrik Fatzer an der Salmsacherstrasse mit über 100 Wohnungen in zwei Häusern. Sie sagten fast diskussionslos Ja zur Umzonung und Ja zur Änderung des Baureglements. Ein solch klares Ergebnis war nicht zu erwarten gewesen.

Kritik im Vorfeld

Im Vorfeld hatte ein Komitee um Otto Mock mit dem Namen «Kinder statt Platanen» öffentlich dazu aufgerufen, die Zonenplanänderung abzulehnen, weil die geplante Verkehrserschliessung des Areals die Schulwege gefährlich mache.

Alle Eltern der betroffenen Kinder sollten deshalb die Gemeindeversammlung besuchen und die Vorlage ablehnen, schrieb Mock in einem ganzseitigen Inserat. Doch weder besorgte Eltern noch der auswärts wohnende Mock selber sassen dann am Montagabend in der Kantonsschulaula. Es meldete sich auch niemand zu Wort, der entsprechende Bedenken gehabt hätte.

Chance für Romanshorn

Der zuständige Stadtrat Markus Fischer bezeichnete die Zonenplanänderung «als Chance für Romanshorn», die es zu ergreifen gelte. Die Firma Fatzer mache das Gelände frei, weil sie mehr Platz brauche, das sie im Industriequartier gefunden habe. Romanshorn profitiere, wenn das Unternehmen investiere und Arbeitsplätze am Ort gehalten werden könnten. Zudem entstehe «hochwertiger Wohnraum an zentraler Lage», sagte Fischer weiter. (mso)