Ein Standort könnte genügen

Sulgen und Kradolf-Schönenberg prüfen, ob ein gemeinsamer Werkhof sinnvoll wäre. Ein Beratungsbüro ist beauftragt worden, den Status quo zu analysieren und ein Grobkonzept für die Zusammenarbeit in diesem Bereich zu erstellen.

Georg Stelzner
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Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: pd)

Andreas Opprecht Gemeindepräsident von Sulgen (Bild: pd)

Die Gemeinderäte von Sulgen und Kradolf-Schönenberg haben sich bereits für eine gemeinsame Revision der Ortsplanung entschieden. Bald rücken die beiden Gemeinden möglicherweise noch näher zusammen. Für eine Zusammenlegung der Werkhöfe sprechen die geographische Nähe und die identischen Aufgaben. Der Zeitpunkt scheint günstig, werden in den nächsten drei Jahren doch die langjährigen Mitarbeiter des Werkhofs in Kradolf, Paul Keller und Remo D'Incau, in den Ruhestand treten.

Eine Frage der Vernunft

«Wir verfügen mit dem neuen Werkhof an der Auholzstrasse über eine gute Infrastruktur und könnten die Aufgaben auch alleine bewältigen», erklärt Andreas Opprecht, Gemeindepräsident von Sulgen. «Allerdings ist es sinnvoll, sich über mögliche Synergien Gedanken zu machen.» Opprechts Amtskollege in der Nachbargemeinde Kradolf-Schönenberg, Walter Schönholzer, sieht es genauso: «Es ist eine Frage der Vernunft. Wir müssen über den eigenen Tellerrand hinausschauen und solche Möglichkeiten prüfen. In der Privatwirtschaft ist das gängige Praxis.»

Nicht billiger, aber besser

Übers Knie brechen wollen die beiden Gemeinderäte aber nichts. Sie haben ein Beratungsbüro aus Chur beauftragt, die Ausgangslage zu analysieren und ein Grobkonzept zu erarbeiten. Die Kosten teilen sich die beiden Gemeinden. «Es handelt sich um eine höchst komplexe Materie», begründet Walter Schönholzer die Auftragsvergabe. So müsse etwa geklärt werden, wie ein gemeinsamer Werkhof organisatorisch funktionieren würde. Die Gründung einer Firma sei dabei ebenso denkbar wie eine Variante, bei welcher eine Gemeinde gewisse Leistungen einkauft. Schönholzer betont, dass die Kostensenkung nicht das primäre Ziel wäre, sondern eine Verbesserung der Leistungen.

Die Ist-Analyse liegt inzwischen vor. Die beiden Gemeinderäte werden sich im September unabhängig voneinander damit befassen und über das weitere Vorgehen befinden. Entscheiden sie sich dafür, die Idee eines gemeinsamen Werkhofs weiter zu verfolgen, wären in einem nächsten Schritt bis Januar 2016 die Unterhaltsstandards sowie die Betriebsorganisation zu definieren. In einer dritten Phase ginge es dann um die Umsetzung des Projekts.

Gegenseitiges Vertrauen

Eine punktuelle Zusammenarbeit besteht gemäss Opprecht schon heute: «Wir mieten zum Beispiel von Kradolf-Schönenberg die Strassen-Putzmaschine, und die beiden Werkhof-Chefs tauschen sich regelmässig aus.»

Für Opprecht und Schönholzer steht ausser Frage, dass das gegenseitige Vertrauen eine Grundbedingung für ein Projekt wie die Zusammenlegung der Werkhöfe ist. Keine Seite dürfe sich benachteiligt fühlen.

Zur Vermutung, dass eine Kooperation auf diesem Gebiet ein weiterer Schritt Richtung Gemeindefusion wäre, sagt Schönholzer: «Ein Zusammenschluss steht nicht unmittelbar bevor. Wir wollen aber auch nichts tun, was einer solchen Entwicklung im Wege stehen könnte.» Die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit seien optimal.

Walter Schönholzer Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg (Bild: pd)

Walter Schönholzer Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg (Bild: pd)