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Ein Sprachcafé wäre schön

Der Oberthurgau will keines, der Bezirk Weinfelden hat eines: ein Kompetenzzentrum Integration (KOI). Dieses ist allerdings auch nach bald zwei Jahren noch immer im Aufbau begriffen.
Esther Simon
Die Präsidentin des Vereins Integrationsförderung im Bezirk Weinfelden, Sonja Wiesmann, spricht zu den Teilnehmern eines Workshops im Kompetenzzentrum Integration (KOI) in Weinfelden. (Bild: Bid: Reto Martin)

Die Präsidentin des Vereins Integrationsförderung im Bezirk Weinfelden, Sonja Wiesmann, spricht zu den Teilnehmern eines Workshops im Kompetenzzentrum Integration (KOI) in Weinfelden. (Bild: Bid: Reto Martin)

Gemeindepräsidentin Sonja Wiesmann war gar nicht begeistert. Vor etwa fünf Jahren hätte sie dem Regierungsrat einen Verantwortlichen für Integration in der Gemeinde Wigoltingen nennen müssen. «Wir hatten doch keinen. In kleineren Gemeinden ist Integration selbstverständlich. Da mussten wir keinen anstellen.» Schliesslich liess sich Sonja Wiesmann dann doch von der Integrationsarbeit überzeugen, welche die Gemeinde Weinfelden seit Jahren leistete. Heute ist Sonja Wiesmann überzeugte Befürworterin des Kompetenzzentrums Integration (KOI) in Weinfelden. Sonja Wiesmann präsidiert sogar den Verein Integrationsförderung, der das KOI in seiner Arbeit unterstützt.

Das KOI ist eine wichtige Anlaufstelle für Migrantinnen und Migranten. Das Zentrum veranstaltet Kurse, informiert neu zugewanderte Personen über schweizerische Gegebenheiten und Strukturen und unterstützt sie beim Erwerb der deutschen Sprache. Mit diesen Dienstleistungen will das KOI die Gemeindeverwaltungen im Bezirk entlasten, die bis 2015 diese Beratungs- und Informationsaufgaben ausgeführt hatten.

Seit Februar an der Pestalozzistrasse 14

Am 1. Januar 2015 nahm das KOI seine Arbeit auf, zunächst in den Räumen der Einwohnerdienste an der Frauenfelderstrasse 10. Seit diesem Februar arbeitet das KOI an der Pestalozzistrasse 14 in Weinfelden. «Das ist ein super Standort», sagt Sonja Wiesmann. «Wir haben viel mehr Laufkundschaft.» Wie viele Leute welche Dienstleistungen abholen, darüber erstellt der Verein zurzeit eine Statistik. Man könne aber jetzt schon sagen, dass immer mehr Mitarbeitende von Gemeindeverwaltungen im Bezirk eine Auskunft verlangen. Neuerdings würden sogar Firmen Sprachkurse für ihre fremdsprachigen Mitarbeitenden beim KOI buchen. Und Einwohner würden sich erkundigen, wie sie sich in der Flüchtlingsfrage engagieren könnten. Sonja Wiesmann freut sich über diese Entwicklung: «Wir bieten ja Kompetenzen an, die man abholen kann. Das KOI ist wirklich zu einem Begriff geworden.» Gleichwohl verschweigt die Präsidentin nicht, dass sich die Institution noch immer im Aufbau befindet. «Wir überlegen, wie wir unser Angebot ausbauen könnten. Aktuell besteht zum Beispiel die Idee mit einem Sprachcafé, in dem fremdsprachige Leute Deutsch sprechen könnten. Der Kanton prüft zurzeit dieses Gesuch.» Im KOI arbeiten Andrea Keller und Lilo Nater mit 80 Stellenprozenten. Die Institution hat ein Budget von 200 000 Franken. Etwa die Hälfte kommt von den 13 Trägergemeinden. Der Gemeindebeitrag bemisst sich einerseits nach der Grösse der Gemeinde, andererseits bezahlt jede Gemeinde zusätzlich sechs Franken pro ansässigen Ausländer. Den Rest übernehmen Kanton und Bund. Das KOI wurde schliesslich im Auftrag des Bundes errichtet.

Dass Schönholzerswilen die Beteiligung gekündigt hat (siehe Kasten), kann Sonja Wiesmann verstehen: «Für kleine Gemeinden mit einem kleinen Ausländeranteil ist es vielleicht schon ein bisschen schwierig.»

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