Ein Sportler nimmt Anlauf

Der parteilose Christoph Suter kandidiert für den Romanshorner Stadtrat. Der 44jährige Schadenexperte auf Direktionsstufe ist überrascht, dass es nur zwei Bewerber für die beiden freiwerdenden Sitze gibt.

Markus Schoch
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Christoph Suter am See in Romanshorn. (Bild: pd)

Christoph Suter am See in Romanshorn. (Bild: pd)

ROMANSHORN. Christoph Suter hat zwar keine Partei im Rücken, aber doch prominente Fürsprecher in einem überparteilichen Komitee. Für seine Wahl stark machen sich der frühere Spitex-Präsident und Handballclub-Funktionär Stefan Risi, Gewerbeverbandspräsident Roland Schneeberger, Schwimmclub-Geschäftsstellenleiterin Antoinette Gerber und ihr Mann Thomas, Jeannine Steiner vom Handballclub-Vorstand und der Ende Juli zurückgetretene und ebenfalls parteilose Stadtrat Peter Höltschi. Seine beruflich anspruchsvolle Position, sein Engagement in Romanshorn und seine pragmatische Art würden Suter zum idealen Kandidaten machen, schreibt der angehende Werkhofchef von Romanshorn in einem Leserbrief.

In der Welt des Sports zu Hause

Dass sich vor allem Vertreter von Sportvereinen für Suter einsetzen, ist kein Zufall. In der Sportwelt ist der 44-Jährige zu Hause. Als er vor neun Jahren von Goldach nach Romanshorn kam, spielte er anfänglich in der ersten Mannschaft des Handballclubs und steht jetzt noch im 4.-Liga-Team auf dem Platz. Auch als Fussballer ist der zweifache Vater aktiv bei den Senioren des FC Romanshorn.

Nun möchte Suter ebenfalls in der Politik entscheidende Pässe spielen, und zwar als Parteiloser mit bürgerlicher Gesinnung. Im Wahlkampf sei es zwar schwieriger ohne die Unterstützung einer Partei, dafür habe er später im Stadtrat mehr Entscheidungsfreiheit, was wichtig sei, da es um Sachfragen gehe.

Workshops waren Auslöser

Auf den Geschmack der Politik gekommen ist Suter in den Workshops zur Stadtentwicklung, an denen er als Vertreter des Handballclubs teilnahm. «Es war eine gute Sache und der richtige Weg, um die Bevölkerung abzuholen und Romanshorn vorwärtszubringen.» Für den Stadtrat zu kandidieren, war aber nicht seine Idee. «Ich bin von verschiedener Seite darauf angesprochen worden, ob das nicht etwas für mich wäre.» Und Suter kam zum Schluss: Die Aufgabe würde ihn tatsächlich reizen. «Man kann nicht nur immer die Faust im Sack machen, sondern muss auch Verantwortung übernehmen, wenn man etwas ändern will.» Dringenden Handlungsbedarf macht Suter allerdings in Romanshorn aktuell keinen aus. «Es wird im Stadtrat sehr gute Arbeit geleistet.» Die beiden zurücktretenden Mitglieder Danilo Clematide und Max Sommer zu ersetzen, werde schwierig sein.

Offenbar traue man ihm aber zu, in der Hafenstadt etwas bewegen zu können. «Ich hatte sehr gute Reaktionen aus der Bevölkerung auf meine Kandidatur, was mich zuversichtlich stimmt», sagt Suter. Was ihn besonders freue, seien die positiven Signale aus der Wirtschaft. Denn er sieht sich als ihr Vertreter im Stadtrat. «Die Wirtschaft liegt mir besonders am Herzen.»

«Habe eine dicke Haut»

Die nötige Robustheit für das öffentliche Amt bringe er mit, sagt Suter. «Ich habe vom Beruf her eine dicke Haut.» Er arbeitet seit 16 Jahren bei der Mobiliarversicherung in St. Gallen als Schadenexperte auf Direktionsstufe. «Ich bin Konflikte und den Umgang damit gewohnt.» Diese Erfahrung werde ihm in der Politik zugute kommen, sagt Suter. Pragmatische Lösungen zu finden, sei sein tägliches Brot.

Die nötige Zeit für den Stadtrat werde er sich nehmen. An verschiedenen Schulen gibt Suter derzeit Unterricht im Bereich Sozialversicherung. «Damit werde ich aufhören, wenn ich gewählt werden sollte.» Die Chancen stehen gut. Es gibt zwei freie Sitze und zwei Kandidaten dafür, von denen Suter einer ist. Dass es keine Konkurrenz gibt, hätte Suter nicht erwartet. «Ich war überrascht, dass sich neben mir und Aliye Gül niemand gemeldet hat.» Allzu traurig dürfte er darüber allerdings auch nicht sein.

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