Ein Schwätzchen mit Glühwein

ROMANSHORN. Wie gefällt der Weihnachtsmarkt? Eine Umfrage bei Standbetreibern und Besuchern zeigt, dass der kleine, aber feine Markt geschätzt wird und dank ihm die erste Vorfreude auf Weihnachten aufkommt.

Gunhild Rübekeil
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Übersichtlich ist der Romanshorner Weihnachtsmarkt. Gerade richtig, um ins Gespräch zu kommen. (Bild: Nana do Carmo)

Übersichtlich ist der Romanshorner Weihnachtsmarkt. Gerade richtig, um ins Gespräch zu kommen. (Bild: Nana do Carmo)

Zum zweiten Mal geht der Romanshorner Weihnachtsmarkt dieses Jahr über fünf Tage. Die Verlängerung scheint sich zu lohnen, denn die kleine Budenstadt auf dem Bahnhofplatz ist von Beginn an gut besucht.

Ein toller Treffpunkt

Die Gasse zwischen den Ständen füllt sich rasch. An den Stehtischchen trifft man sich zu einem Plausch und einer Tasse Glühwein. Adventsmusik erfüllt die Luft, über den Strassen funkeln Lichterketten. «Jetzt fehlt eigentlich nur noch der Schnee», findet Cornelia Hanhart, die sich mit ihrer Freundin Carina Fuchs hier getroffen hat. Die beiden Romanshorner Hobbykünstlerinnen werden am Sonntag selbst mit einem Stand vertreten sein. «Für mich ist der Weihnachtsmarkt vor allem ein toller Treffpunkt. Dazu gibt es in unserer Gemeinde nicht viele Gelegenheiten. Hier habe ich schon einige Leute gesehen, denen ich sonst ganz selten begegne. Und seit ich einen Stand mit wirklich gutem Glühwein gefunden habe, komme ich doppelt so gern.»

Besucher kaufen wenig

Auch Rita Spillmann, die an ihrem Stand selbstgemachte Dekoartikel verkauft, geniesst die Stimmung, die sie im Vergleich zu anderen Märkten als eher ruhig empfindet. «Die Besucher kaufen wenig, sie essen lieber eine Bratwurst und trinken Glühwein.» Ein grösseres Angebot wünscht sie sich, «vor allem an Kunsthandwerk, das würde vielleicht für mehr Kaufinteresse sorgen.» Der Schwerpunkt sollte aber weiter auf den Hobbykünstlern liegen, die für sie den Charme des Romanshorner Marktes ausmachen.

Auch Marcel und Romy Besson sähen gern mehr Kunsthandwerk und würden dafür auf ein oder zwei Glühweinstände verzichten. «Wir sind heute vor allem gekommen, um eine Bratwurst zu essen und den Kindern beim Singen zuzuhören. Einen der Buben kennen wir nämlich», erklärt das Ehepaar, das sich besonders auf den Sonntag freut. «Dann sind auch die Romanshorner Vereine mit Ständen vertreten und die Stimmung wird richtig weihnachtlich», schwärmen die beiden. Für Ruth Karner beginnt pünktlich mit dem Romanshorner Markt auch die Vorfreude auf Weihnachten. «Meine Enkelin hat im Chor mitgesungen, das war für mich natürlich der Höhepunkt des Abends. Ich komme aber jeden Tag hierher, denn Romanshorn ist der einzige Weihnachtsmarkt, den ich besuche», erklärt sie.

«Ich habe ein paar Kerzen gekauft, will mich aber ansonsten mit Einkaufen zurückhalten. Mir ist die schöne Atmosphäre am wichtigsten.»

«Aller Anfang ist schwer»

Toni Angehrn von «Crepes und mehr» ist hingegen noch nicht nach Schwärmen zumute. Der Amriswiler ist in Romanshorn zum zweiten Mal dabei. «Aller Anfang ist schwer», sagt er und hofft, dass der Besuch sich in den kommenden Tagen noch steigern wird. An das vergangene Jahr hat er trotz des schleppenden Geschäfts gute Erinnerungen. Als wegen starken Schneefalls keine Züge mehr fuhren, verbrachten fünf Franzosen, die in Romanshorn gestrandet waren, an seinem Stand einen fröhlichen Abend. «Das war herrlich», erinnert sich Angehrn. «Normalerweise bekommen wir von der Stimmung auf dem Markt nicht viel mit. Wir sind ja am Schaffen.»

«Geschäft läuft sehr gut»

Sarina Delgrosso ist schon auf dem Sprung zum Zug. Sie betreut den Stand der Romanshorner Drogerie Staub, die mit Kosmetika vom Toten Meer vertreten ist. «Für uns läuft das Geschäft sehr gut», sagt die Steinacherin, die die Grösse und das Angebot auf dem Markt genau richtig findet. Besonders gefallen hat auch ihr das musikalische Ständchen der Romanshorner Schüler zur Eröffnung der Budenstadt. Einen Besuch des Weihnachtsmarktes in ihrer Freizeit hat Sarina Delgrosso schon fest eingeplant.