Ein Schulamt ist keine Frage der Parteifarbe

Zwischen den Parteien herrschte Konsens: Der vakante Sitz in der Volksschulbehörde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri sollte durch einen Vertreter der FDP besetzt werden. Der Partei, der der zurückgetretene Richard Hungerbühler angehört. Das Stimmvolk sieht es anders.

Rita Kohn
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Zwischen den Parteien herrschte Konsens: Der vakante Sitz in der Volksschulbehörde Amriswil-Hefenhofen-Sommeri sollte durch einen Vertreter der FDP besetzt werden. Der Partei, der der zurückgetretene Richard Hungerbühler angehört. Das Stimmvolk sieht es anders. Nicht die Parteizugehörigkeit soll bei der Wahl in die Schulbehörde Ausschlag geben. Zumindest muss man so das Ergebnis interpretieren, das die Wahlen am Wochenende hervorgebracht haben.

Die parteilose Silvia Brunner hat den FDP-Vertreter Hans Bruggisser mühelos aus dem Rennen geworfen. Das, obwohl auch seine Qualifikation nicht in Frage gestellt worden ist. Ausschlag gegeben hat wohl zum einen die persönliche Sympathie. Zum anderen aber auch der Überdruss, dass die Interpartei im stillen Kämmerlein das künftige Behördenmitglied kürt. Dass Parteien aus eigenen Reihen Nachfolger für abtretende Amtsträger suchen, ist zwar eine wünschenswerte Entwicklung. Eine echte Wahl zwischen mehreren Bewerbern zu haben, ist aber trotzdem ein Gewinn für alle und die Grundlage eines funktionierenden demokratischen Systems.

Wermutstropfen bleibt bei diesen Wahlen also letztlich nur die erneut tiefe Stimmbeteiligung.

rita.kohn@thurgauerzeitung.ch