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Ein Requiem für die Lebenden

Der Oratorienchor Kreuzlingen und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben überzeugten unter Leitung von Annedore Neufeld mit Brahms.
Renata Egli-Gerber
Der Oratorienchor Kreuzlingen und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben unter Leitung von Annedore Neufeld in der Stefanskirche. (Bild: pd/Foto Gaccioli, Kreuzlingen)

Der Oratorienchor Kreuzlingen und die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben unter Leitung von Annedore Neufeld in der Stefanskirche. (Bild: pd/Foto Gaccioli, Kreuzlingen)

KREUZLINGEN. Die Kirche St. Stefan war bis zum letzten Platz besetzt. Die Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben eröffnete das Konzert am Sonntag mit Brahms Tragischer Ouverture in d-Moll. Dunkle, herbe Klangfarben herrschen darin vor. Im Zentrum des Extrakonzerts der Gesellschaft für Musik und Literatur stand das Deutsche Requiem.

Als der 33jährige Johannes Brahms (1833–1897) es komponierte, brach er mit der Tradition eines halben Jahrtausends: Das lateinische mit dem jüngsten Gericht drohende Requiem, wo die Welt in Schutt und Asche zerfällt, wo Gott als strenger Richter auftritt und den Sündern die Hölle heiss wird, ersetzte er mit einem aus Bibelworten zusammengestellten Requiem, das von der Aussöhnung des Menschen mit seiner Endlichkeit kündet, von Zuversicht und einem mütterlich tröstenden Gott – ein Requiem für die Lebenden.

Reiche Früchte getragen

Schon im ersten, von den tiefen Streichern und Holzbläsern ergreifend begleiteten Eingangschor vermochten Sängerinnen und Sänger zu berühren. Das Sich-Einlassen auf die fordernde und fördernde Bildung der Stimmen durch Dirigentin Annedore Neufeld hat reiche Früchte getragen.

Beeindruckt hat der Chor auch durch die fein gestaltete Dynamik: Eruptiver Ausdruck der Freude im zweiten Chor, fast tänzerische Leichtigkeit im vierten Chor: «Wie lieblich sind deine Wohnungen, Herr Zebaoth». Ein goldener Klang im Schlusschor «Selig sind die Toten». Höhepunkte waren die zwei Gesänge für Bariton und Chor mit Markus Flaig als Solist, besonders in «Herr, lehre doch mich, dass ein Ende mit mir haben muss».

Kostbare Augenblicke

Edel und innig erklang der Sopran von Claudia von Tilzer in «Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet». Dass Chor und Orchester nach jedem Gesang ihre Aufmerksamkeit immer gespannt hielten, bis die Dirigentin die Hände sinken liess, schenkte den Anwesenden kostbare Augenblicke der Stille und Konzentration.

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