Ein Platz für Palliative Care

Das durchschnittliche Lebensalter der Menschen steigt infolge unserer guten Lebensbedingungen und des medizinischen Fortschritts stetig an. Die heutige Medizin lässt ein weites Spektrum an therapeutischen Massnahmen zu.

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Das durchschnittliche Lebensalter der Menschen steigt infolge unserer guten Lebensbedingungen und des medizinischen Fortschritts stetig an. Die heutige Medizin lässt ein weites Spektrum an therapeutischen Massnahmen zu. Im Internet und den Medien werden wir mit medizinischen und therapeutischen Ratschlägen überhäuft. Nichts scheint mehr unmöglich zu sein.

Nur im Umgang mit der Agonie haben wir in den letzten Jahrzehnten wenig dazugelernt. Der Sterbeprozess ist den meisten Menschen fremd. Wir erfahren über das Sterben meist nur, wenn Angehörige davon betroffen sind. Dass dem Tod unter Umständen ein langer Prozess mit grossem Leiden vorangeht, wird kaum wahrgenommen. Die Diskussion um die Volksinitiative für Palliative Care zeigt deutlich auf, dass Aufklärung not tut. Es kann doch nicht sein, dass wir Spitäler auf höchstem medizinischem Level führen, aber in der Sterbebegleitung nicht Schritt halten mit den heutigen wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Die Gesundheitsorganisationen haben ihre Dienstleistungen entsprechend ausgebaut, obwohl die Finanzierung nur bedingt geregelt ist. Palliative Care als umfassende pflegerische Begleitung muss ebenso einen Platz im Gesundheitswesen bekommen wie alle anderen Therapien, sei dies im Spital, in den Heimstätten oder auch zu Hause.

Edith Wohlfender Kantonsrätin SP Kreuzlingen

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