Ein Pastor in der schnellen Kiste

MATTWIL. Am Sonntag fand bei idealem Wetter das siebte Mattwiler Seifenkistenrennen statt. Den Anlass organisierte die Chrischona-Gemeinde Mattwil. Viele Kinder auch aus den umliegenden Dörfern nahmen am Rennen teil.

Mario Testa
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Auch Chrischona-Pastor Gotthard «Godi» Sagmeister rollt am Seifenkistenrennen in einem «VW Käfer» die Heimenhoferstrasse hinunter. (Bild: Mario Testa)

Auch Chrischona-Pastor Gotthard «Godi» Sagmeister rollt am Seifenkistenrennen in einem «VW Käfer» die Heimenhoferstrasse hinunter. (Bild: Mario Testa)

Die Heimenhoferstrasse ist abschüssig von Mattwil bis Heimenhofen. Zu Beginn ist sie etwas steiler, später flacher, Kurven gibt es kaum. Eine ideale, rund einen Kilometer lange Piste für Seifenkistenrennen. 38 Kinder und Erwachsene rollten in ihren Gefährten am Sonntagnachmittag zweimal die Strecke hinunter. Der älteste Fahrer im Feld ist Gotthard Sagmeister, Pastor der Chrischona-Gemeinde Mattwil. Er schafft es im Feld der erwachsenen und lizenzierten Fahrern immerhin, eine Konkurrentin hinter sich zu lassen im Schlussklassement.

Verantwortlich dafür, dass sich der Pastor im kleinen, nachgebauten VW Käfer die Strecke hinunterwagt, ist Philipp Fisch, Mitorganisator des Rennens. «Godi fährt heute zum erstenmal mit. Ich habe für ihn die Seifenkiste gemietet. Er hat gesagt, sie sei ganz gut zu fahren und so holprig und klapprig wie sein alter Toyota», sagt Fisch, der selber nie am Mattwiler Rennen teilgenommen hat. «Ich durfte als Gemeinderat mal an einem Promirennen im befreundeten Andwil SG mitfahren. Sonst sitze ich nie in einer Seifenkiste.»

Eine Veranstaltung der Kirche

Die Chrischona-Gemeinde Mattwil veranstaltet das Rennen schon zum siebten Mal, 50 Personen helfen mit. Unter den Teilnehmern und Besuchern hat es auch viele, die nicht der Kirche angehören. «Es ist etwa Halbe-Halbe, bei schönem Wetter wie heute sind die Gäste in der Überzahl», sagt Fisch. Die Strecke auf der Heimenhoferstrasse haben die Organisatoren nicht zufällig gewählt. Das Chrischona-Zentrum steht direkt neben der Strecke, und es verwandelt sich am Seifenkistenrennen jeweils ins Fahrerlager. Das Rennbüro ist in einem Bus an der Strecke zu finden. Auch Röbi Bührer sitzt im Fonds des Wagens und kommentiert das Geschehen für die Zuschauer, liesst die Namen der Startenden und deren Fahrzeiten vor und informiert über das weitere Geschehen. Dank vieler Lautsprecher, einer auch im Zielraum, sind Zuschauer und Fahrer bestens informiert. Bührer ist seit der ersten Durchführung des Rennens als Speaker mit dabei.

Ein Rennen ohne Unfälle

Das strahlende Wetter, die zufriedenen Fahrer, Zuschauer und Helfer – für die Organisatoren ist es eine sehr gelungene siebte Ausgabe. Die 38 Startenden fahren während zwei Stunden ihre zwei Läufe. Unfälle gibt es keine, einzelne Fahrer schneiden die Hindernisse jedoch so eng, dass sie touchieren und sich damit Strafsekunden einhandeln – Jan Jeisser aus Illighausen vergibt so den Gesamtsieg. Die Schnellste ist mit Steffi Häberli eine junge Frau. Sie benötigt gut zweieinhalb Minuten für die zwei Läufe, gemächliche Fahrer bei den Schüler- oder Jugendkategorien sind nur halb so schnell.

Guter Service für die Fahrer

Die Fahrer haben es gut am Mattwiler Seifenkistenrennen. Sie müssen ihre Kisten nach den Läufen den Hang nicht wieder hinaufschieben. Helfer verladen die Kisten in ihre Anhänger, und die Fahrer werden im Kleinbus wieder zum Start chauffiert.

Philipp Fisch Organisator Seifenkistenrennen der Chrischona Mattwil

Philipp Fisch Organisator Seifenkistenrennen der Chrischona Mattwil

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