Ein Paradies für Vögel und Kröten

Der Ottenberg ist neu als Schutzgebiet von nationaler Bedeutung eingestuft. Pro Natura Thurgau will mit Renaturierungen und Bepflanzungen dafür sorgen, dass künftig noch mehr Arten heimisch werden. Im Speziellen geht es um den Glögglifrosch und den Wiedehopf.

Mario Testa
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Der Wiedehopf soll am Ottenberg wieder nisten. (Bild: pd/Ondrej Prosický)

Der Wiedehopf soll am Ottenberg wieder nisten. (Bild: pd/Ondrej Prosický)

WEINFELDEN. Am Ottenberg gedeihen nicht nur gute Weine, auch seltene Vögel und andere Tiere wachsen hier heran. Seit kurzem ist der Ottenberg als Naturschutzgebiet von nationaler Bedeutung anerkannt, und dazu beigetragen haben die Verantwortlichen von Pro Natura Thurgau. In den vergangenen Monaten haben sie weitere geschützte Lebensräume für seltene Tiere geschaffen. Insgesamt sind es mittlerweile rund zwölf Hektaren Land, die ganz der Tierwelt zugute kommen. Magerwiesen, Hochstammgärten oder Feuchtgebiete mit Tümpeln bieten den verschiedensten Bewohnern Schutz und Nahrung. Dass Pro Natura so grosse Schutzgebiete ausscheiden kann, verdankt sie auch Bauern wie Willy Rechsteiner, die Teile ihrer Ländereien den Naturschützern zur Verfügung stellen.

Lebensräume für die Tiere

Bei einem Maibummel im starken Regen am Donnerstag haben Felix Somm, Stephan Lüscher und Philip Taxböck von der Geschäftsstelle der Pro Natura die aktuellsten Projekte den Medien vorgestellt. «Am Ottenberg haben wir schon sehr viele kleine Projekte wie Mosaiksteine realisiert. Dadurch, dass immer neue hinzukommen, werden diese untereinander besser vernetzt», sagt Felix Somm. «Hochstammgärten sind ein Element, das den Ottenberg auszeichnet, ein anderes sind Kiesgruben, die gepflegt und aufgewertet wurden.» Mit der Bachöffnung sowie dem Pflanzen von Hecken und Erstellen von kleinen Tümpeln im Gebiet Mos hat Pro Natura Thurgau ein drittes Element hinzugefügt und sich damit auch am länderübergreifenden Interreg-Projekt «Kleingewässer für die Bodenseeregion» beteiligt. Um den Bodensee sollen in den kommenden Jahren rund 60 Feuchtgebiete entstehen, die es der seltenen Geburtshelferkröte – im Volksmund Glögglifrosch genannt – wieder ermöglichen soll, zu wandern und sich zu vermehren.

Ein Glücksfall für die Tiere

Philip Taxböck spricht von einem Glücksfall, dass es mit der Bachöffnung im Gebiet Mos geklappt hat. «Die Gemeinde hat mitgemacht, und Willy Rechsteiner hat uns das Land zur Verfügung gestellt. So ging es schnell mit der Umsetzung.» Zudem habe der Baggerfahrer einen guten Job gemacht, und so präsentiere sich das Gebiet jetzt ideal. «Es ist eine der erfreulichsten Bachöffnungen im Thurgau.» Bei den Vögeln setzt Pro Natura derzeit ein besonderes Augenmerk auf die Wiederansiedlung des Wiedehopfs (siehe Wörtlich).

Felix Somm und Philipp Taxböck von Pro Natura Thurgau freuen sich über die gelungene Bachöffnung im Gebiet Mos am Ottenberg. (Bild: Mario Testa)

Felix Somm und Philipp Taxböck von Pro Natura Thurgau freuen sich über die gelungene Bachöffnung im Gebiet Mos am Ottenberg. (Bild: Mario Testa)