«Ein Original weniger»

WEINFELDEN. Am Freitag ist der bekannte und beliebte Weinfelder Apotheker Richard Heuberger gestorben. Seine Freunde erinnern an den leidenschaftlichen Curler und Motorradfahrer.

Mario Testa
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Richard Heuberger, wie man ihm häufig begegnete. Unterwegs in seinem gelben Kleinwagen. (Bild: pd)

Richard Heuberger, wie man ihm häufig begegnete. Unterwegs in seinem gelben Kleinwagen. (Bild: pd)

Mit seinem gelben Kleinwagen kurvte Richard Heuberger in den vergangenen Jahren fast täglich durch Weinfelden. Kaum jemand, dem das markante Duo nicht aufgefallen wäre. «Ein Original weniger in Weinfelden», sagt Walter Hellstern nachdenklich über den Tod seines guten Freundes. Der Garagist kannte Heuberger, oder «Heubi», wie ihn seine Freunde nannten, seit dieser Ende der 1970er-Jahre nach Weinfelden kam und die damalige Apotheke Haffter übernahm.

Jede Woche habe er mehrmals zusammen mit Heuberger einen Kaffee getrunken und sich ausgetauscht. «Und wenn es die Zeit zugelassen hat, sind wir zusammen Segeln gegangen. Einerseits auf dem Bodensee, aber auch jedes Jahr einmal auf dem Meer», sagt Hellstern. Heuberger sei ein lustiger und geselliger Freund gewesen. «Er wird mir fehlen.»

Curling und das Motorrad

Auch Rita Stücheli erinnert sich gern an die vielen Treffen mit Heuberger. «Jeden Donnerstagabend kam er zu uns in die Curlinghalle», sagt Stücheli. Bei einem guten Glas Wein in geselliger Runde am Stammtisch seien die Abende oft spät geworden. Nur in einem Fall habe Heuberger diesen wöchentlichen Termin ausfallen lassen. «Wenn das Wetter gut war und Heubi nicht in der Curlinghalle erschien, wussten wir sofort, wo er war: auf einer Töfftour.» Motorräder seien die grosse Leidenschaft von Richard Heuberger gewesen.

An den gemeinsamen Abenden am Stammtisch sei Heuberger unterhaltend, manchmal aber auch laut gewesen. «Aber einzelne Aussetzer haben wir ihm schnell verziehen. Er war ja so nett und hilfsbereit», sagt Stücheli. Walter Hellstern und Hans-Peter Isler neben ihr blicken auf ihr Glas und nicken. So habe Heuberger immer seine Tasche mit Medikamenten und den Ausweisen dabei gehabt – sein «Schermuusertäschli», wie Stücheli es nennt – und sofort Hilfe geleistet, wenn es jemandem nicht gut ging oder sich ein Mitspieler beim Curlingspiel eine Verletzung zuzog. «Es war ihm nichts zu viel», bekräftigt Hellstern. «Wenn man ihn brauchte, war Heubi zur Stelle.»

Ein unkomplizierter Apotheker

«Ich habe einen guten Freund verloren, und muss mir jetzt auch noch einen neuen Apotheker suchen, der so gut auf mich eingeht», sagt Hans-Peter Isler. Eine schier unlösbare Aufgabe, klagt Isler. «Heubi war unkompliziert. Er kannte seine Kunden und gab ihnen die Medikamente, die sie brauchten – wenn es sein musste, auch ganz ohne Rezept und ellenlange Erklärungen.»

Zudem habe Heuberger auch sehr viele gute Mittelchen noch selber hergestellt. «Sogar ein Konstanzer Arzt hat mir die Salben von Heubi mal empfohlen», greift Walter Hellstern den Faden von Hans-Peter Isler auf. Heuberger sei ein sehr guter Apotheker gewesen mit viel Leidenschaft. «Wenn ich ihn auch mitten in der Nacht angerufen habe, dann kam er wenig später mit seinem gelben Auto angerauscht und brachte das benötigte Mittelchen.»

Erinnern sich an Heubi: Hans-Peter Isler, Rita Stücheli, Walter Hellstern. (Bild: mte)

Erinnern sich an Heubi: Hans-Peter Isler, Rita Stücheli, Walter Hellstern. (Bild: mte)

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