Ein neuer Raum zum Beten

SULGEN. Die Gemeinde Sulgen und der Verein Moschee Kradolf-Schönenberg haben über ein geplantes Vereinszentrum in Sulgen informiert. Der Neubau mit flacher Kuppel soll an der Romanshornstrasse zu stehen kommen.

Hannelore Bruderer
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So soll das künftige Zentrum des Vereins Moschee Kradolf-Schönenberg an der Romanshornstrasse in Sulgen aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

So soll das künftige Zentrum des Vereins Moschee Kradolf-Schönenberg an der Romanshornstrasse in Sulgen aussehen. (Bild: Visualisierung: pd)

Unter den 50 Personen, die an der Info-Veranstaltung im Auholzsaal teilnahmen, waren auch vier Sulger Gemeinderäte und der fast komplette Vorstand des Vereins Moschee Kradolf-Schönenberg. Ziel sei es, sagte Gemeindeammann Andreas Opprecht, der Bevölkerung den Verein vorzustellen und über dessen Baupläne zu informieren.

Mustafa Saliu ist Präsident des Vereins Moschee Kradolf-Schönenberg. Dem Verein gehören derzeit rund 250 Mitglieder an. Das Einzugsgebiet reicht von Märstetten nach Bischofszell und von Erlen bis nach Berg. In den Statuten des Vereins ist unter anderem festgehalten, dass er einen Gebetsraum unterhält, politisch neutral ist und für Integration sowie Verständnis zwischen den Kulturen sorgt.

Seit 2004 in Kradolf

Im Islam wird fünfmal am Tag gebetet. Dazu würden sich im Zentrum jeweils zwischen fünf und 20, für das Freitagsgebet, das mittags stattfindet, um die 50 bis 70 Personen einfinden, sagte Mustafa Saliu. «An den zwei grossen Feiertagen im Jahr sind es um die 250 Personen. Aber dann werden wir vermutlich, wie wir das jetzt auch tun, auf grössere Hallen ausweichen.» Der Verein Moschee Kradolf-Schönenberg habe früh mit dem Gemeinderat Kontakt aufgenommen und ihn über seine Bauabsichten informiert, erklärte der Sulger Gemeindeammann. Seit 2004 ist der Verein in der Kradolfer Teigi eingemietet.

Altbau wird weiter genutzt

Die Pläne sehen vor, die Anbauten an der Liegenschaft Romanshornstrasse 8, die nicht dem Denkmalschutz unterstellt sind, abzureissen. Südlich des Gebäudes sollen 70 Parkplätze entstehen, die über die bestehenden Zufahrten erreicht werden. Das Gebäude selbst wird renoviert. Darin entstehen fünf Wohnungen und Gewerberäume. Östlich davon soll das neue Vereinszentrum gebaut werden.

Simon Nikolussi vom Architekturbüro ArchiTrav aus Gossau stellte das Projekt vor. Die Hauptachse verläuft diagonal durch das Gebäude, ausgerichtet nach Südwesten, wie es die Religion vorsieht. Vom Eingangsbereich gelangt man über Treppen in den Hochparterre und ins Untergeschoss. Unten im Rundbau befinden sich ein Aufenthaltsraum mit angrenzender Küche und sanitären Anlagen sowie ein Raum für die Haustechnik.

Der Hochparterre wird vom Gebetsraum ausgefüllt. Darüber befinden sich eine Galerie mit Blick in den Gebetsraum sowie ein Wasch-, Büro-, Schulungs- und Gästeraum. Gegen die Strasse hin wird eine Sicht- und Schallschutzwand erstellt. Über die Höhe der Kosten für das geplante Vereinszentrum sowie dessen Finanzierung machte der Vereinspräsident keine Angaben.

Drei Wortmeldungen

Ein Votant machte auf die Gefahr der Ein- und Ausfahrten zum Parkplatz aufmerksam, und ein zweiter befürchtete ein Verkehrschaos wegen falsch parkierter Autos. Andreas Opprecht versprach, dass entsprechende Massnahmen ergriffen würden und die Situation mit den Zufahrten zum Parkplatz nochmals überprüft werde.

Eine Person wollte wissen, wie sich das Vereinszentrum mit der Umgebungsschutzzone vereinbaren liesse, die sich hinter der Liegenschaft Romanshornstrasse 8 bis zum Dorfkern erstreckt. Der Gemeindeammann sagte, dass das Projekt diesem Umstand nicht widerspräche und sich die betroffenen Parzellen in der Bauzone befänden. Die öffentliche Auflage erfolge, sobald alle Detailfragen geklärt seien.

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