Ein neuer Platz für 1000 Schweine

DOZWIL. Der Schweinestall des Dozwiler Käsers Paul Koch soll raus aus dem Dorf. Der neue Stall ist nach modernstem Standard geplant, so dass es in der Umgebung zu keinen unangenehmen Gerüchen kommt. Trotzdem gibt es Widerstand.

Michèle Vaterlaus
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Käser Paul Koch will einen neuen Stall für seine Mastsauen bauen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

Käser Paul Koch will einen neuen Stall für seine Mastsauen bauen. (Bild: Michèle Vaterlaus)

DOZWIL. Platz für 1000 Mastsauen soll der neue Schweinestall von Käser Paul Koch aus Dozwil bieten. 70 Meter lang und 25 Meter breit soll er sein und modern ausgerüstet: Ein Luftwäscher soll dafür sorgen, dass es in der Umgebung zu keinen unangenehmen Gerüchen kommt. «Der Bau des neuen Stalles ist notwendig», sagt Koch. Denn im Jahr 2018 wird der alte Stall mitten im Dorf – wo derzeit 700 Schweine leben – den Auflagen des Tierschutzes nicht mehr genügen. «Die Modernisierung des alten Stalls würde mich gleich viel Kosten wie der Bau eines neuen Stalles.»

Umzonung notwendig

Der Stall soll in Dozwil, direkt an der Uttwilerstrasse, nahe dem Sekundarschulhaus und an der Gemeindegrenze zu Uttwil gebaut werden. Von elf Standorten in der Region wurde dieser – nach Umweltverträglichkeitsprüfungen, Gesprächen mit diversen Ämtern des Kantons und einem Ingenieurbüro – als der geeignetste befunden. Doch damit überhaupt ein Baugesuch für den Stall eingereicht werden kann, muss erst die betreffende Parzelle von einer Landwirtschaftszone in eine Landwirtschaftszone für besondere Nutzung (LWbN) umgewandelt werden. Bis am 12. September lag die Umzonung in der Gemeinde auf. Dagegen sind zwei Einsprachen eingegangen. Eine von der Gemeinde Uttwil und eine weitere vom WWF (siehe Kasten).

Für Dozwil von Bedeutung

Mit diesen Einsprachen hat Koch gerechnet und er nimmt es gelassen. «Die Gemeinde Uttwil hat eigentlich nichts zu sagen. Schliesslich entscheidet die Gemeindeversammlung von Dozwil über die Umzonung.» Der Dozwiler Gemeindeammann, Bruno Germann, ist überzeugt, dass die Einsprachen bereinigt werden können. Denn beide würden die Regionalplanung betreffen, das heisst die Auswahl des Standortes. Doch das Evaluationsverfahren habe die Gemeinde gemäss Kanton vorbildlich gemacht. Auch alle Abstände zu Anstössern seien eingehalten worden. «Vom Bio-Luftwäscher aus müsste ein Radius von 35 Metern eingehalten werden. In der Planung des Stalls ist ein Radius von 75 Metern vorgesehen.» Übrigens: Dass der Gemeinderat den Käser bei der Umsetzung seiner Pläne unterstützt, begründet Germann damit, dass der Käser einer der grössten Ostschweizer Rohmilch-Tilsiter-Produzenten ist. «Das ist für das Dorf von Bedeutung.» Dabei spielt es für den Gemeinderat keine Rolle, dass der 61jährige Paul Koch bald in Pension gehen wird. Der Stall werde nicht auf einmal ungenutzt dastehen, ist Germann überzeugt. «Paul Kochs Betrieb ist gross. Da ist es ziemlich sicher, dass jemand den Betrieb übernehmen wird.» Dieser Meinung ist auch Koch selbst. Zudem: «Meine Tochter ist auch Käserin. Vielleicht will sie den Betrieb weiterführen.» Doch das sei nicht sicher.

Das Risiko des Unternehmens

Ebenso wenige Sorgen macht sich Koch wegen der schwierigen Situation in der Käseproduktion «Auch wenn ich im Januar einen Produktionsstop hatte, stelle ich derzeit mehr Käse her als vor vier Jahren.» Sowieso sei ein Unternehmen immer ein Risiko. «Aber wenn es meinen Betrieb lupft, gibt es sicher eine Menge Berufskollegen, die ihn gerne übernehmen würden.» Schliesslich müssten wegen des Tierschutzes bis im Jahr 2018 viele Ställe modernisiert werden. «Da gibt es sicher einige, die geschlossen werden», so Koch.