Ein mysteriöser Todesfall

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Im Juni 2015 kursierte in Arbon das Gerücht, jemand aus der Chefetage der Arbon Energie AG habe in die Kasse gegriffen. Unsere Zeitung erhielt keine Auskunft. Finanzchef Christian Keller starb praktisch zeitgleich auf einer Wanderung im Alpstein. Die Polizei schloss ein Verbrechen, Herzversagen oder einen Schwächeanfall aus. Er sei vom Weg abgewichen und an einer Stelle von der Felswand gestürzt, an der es eine Abschrankung habe. Auf Basis einer Untersuchung durch die PricewaterhouseCoopers reichte die Arbon Energie AG Anfang August desselben Jahres Anzeige ein. Die Abteilung für Wirtschaftsdelikte der Staatsanwaltschaft Thurgau ermittelte. Im Dezember 2016 gab sie bekannt, das Verfahren einzustellen. Es könnte kein krimineller Akt nachgewiesen werden. Die Beschuldigten hätten es unterlassen, Überstundenprotokolle zu führen, die Rückschlüsse auf die Mehrarbeit zulassen würden, die sie sich pauschal ausbezahlten. Zahlungen in Form von Überzeitenentschädigungen und Honoraren seien zudem nicht übermässig getätigt worden. Ferner habe keine Möglichkeit zur Kompensation bestanden und man habe den Geschäftsleitungsmitgliedern Zusatzaufgaben auferlegt. Die Arbon Energie AG reichte wenige Tage später jedoch Beschwerde gegen den Entscheid beim kantonalen Obergericht ein. (tva)