Ein Mostereimuseum in Stachen

In den Stammlanden des Obstbaus in Stachen bei der Mosterei Möhl soll 2018 ein Mostereimuseum eröffnet werden. Bestückt wird es mit Exponaten, die in der Forschungsanstalt für Obstbau in Wädenswil künftig keinen Platz mehr haben.

Max Eichenberger
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Am Stachenweg vor der neuen Verladehalle ist das Mostereimuseum geplant. Die Visiere stehen. Im Hintergrund das angestammte Areal der Mosterei Möhl AG mit dem Tanklagerneubau. (Bild: Max Eichenberger)

Am Stachenweg vor der neuen Verladehalle ist das Mostereimuseum geplant. Die Visiere stehen. Im Hintergrund das angestammte Areal der Mosterei Möhl AG mit dem Tanklagerneubau. (Bild: Max Eichenberger)

ARBON. Die Visiere stehen, die Bauauflage läuft. In Stachen wird die Mosterei Möhl AG ein neues Mostereimuseum bauen. Kombiniert wird es mit dem Neubau eines Holzfasskellers im Untergeschoss. Weil «Saft vom Fass» ein erfolgreiches Produkt im Sortiment ist, werden zusätzliche Lagerfässer benötigt.

Sechs Millionen

Insgesamt sechs Millionen Franken investiert das Familienunternehmen in den Neubau. Im Gebäude, das in seiner architektonischen Form an eine moderne Scheune erinnert, wird Möhl sein künftiges Besucherzentrum integrieren.

Kein Platz mehr in Wädenswil

Die Idee, den Kapazitätsausbau bei der Holzfasskellerung mit einem Museum zu verbinden, entsprang einem Zufall. Als bekannt wurde, dass die Zürcher Fachhochschule Wädenswil ihr Mosterei-Museum auflösen möchte, weil sie deren Räume aus Platzgründen anderweitig nutzen wird, handelte Geschäftsführer Ernst Möhl. Er deponierte sein Interesse, das Museum des einstigen Technikums für Obst-, Wein- und Gartenbau in die Stammlande des Obstbaus in den Oberthurgau zu holen. Das war vor einigen Jahren.

Ein Leihvertrag

Ein Konzept kam auf die Wege und eine Vereinbarung zustande. Darin ist festgeschrieben, dass Möhl auf Leihvertragsbasis sämtliche Museumsgüter übernimmt mit der Stiftung als Trägerschaft. Der Leihgabevertrag hat eine Dauer von dreissig Jahren und war 2011 unterzeichnet worden. Dieses Museum soll in Stachen am Sitz des Mosterei-Familienbetriebs realisiert werden. In die neuen Räume werden auch die Bestände des heute bestehenden kleineren Möhl-Museums über dem Getränkeverkaufslokal integriert. Für den Neubau des Mostereimuseums ist 2011 ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben worden. Diesen hatte die aus dem Thurgau stammende Architektin Regula Harder gewonnen.

Erst andere Neubauten realisiert

Vorziehen musste Möhl andere Neubauprojekte. Ausbauten sind nötig geworden, weil Möhl das Obstgeschäft der Egnacher Thurella übernommen hat. Dadurch hat sich die Produktionsmenge um 70 Prozent erhöht. Entsprechend mussten die Lagerkapazitäten erweitert werden. Zudem ist eine neue Verladeanlage erstellt und die Siloanlage erweitert worden.

Ausstellungshalle mit Galerie

Das neue Museumsgebäude kommt auf einer Grundfläche von gut 800 Quadratmetern zu stehen und ist maximal im First elf Meter hoch. Die Hallenkonstruktion besteht aus dem lichten Erdgeschoss mit Galerie, worin die Ausstellungsobjekte gezeigt werden. Für den Holzfasskeller müssen über 9400 Kubikmeter Erdmaterial ausgehoben werden. Vorgesehen ist eine Wärmepumpenanlage mit fünf Sonden, die in eine Tiefe von 165 Metern vorgetrieben werden. Zwischen dem Museum und den stählernen Konzentrattanks sind 32 Parkplätze bereits realisiert worden. Vorgesehen ist der Baubeginn Ende der Sommerferien, die Eröffnung 2018.

Die Visualisierung zeigt einen Teil der Ausstellungshalle mit Exponaten. (Bild: pd)

Die Visualisierung zeigt einen Teil der Ausstellungshalle mit Exponaten. (Bild: pd)

Ernst Möhl Geschäftsführer, Mitinhaber (Bild: Reto Martin)

Ernst Möhl Geschäftsführer, Mitinhaber (Bild: Reto Martin)

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