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Ein Mann in zehn Rollen zugleich

Die Schlossfestspiele Hagenwil bringen dieses Jahr als Kinderstück das Grimm-Märchen «Schneewittchen» auf die Bühne. Regisseur Florian Rexer hat ganze Arbeit geleistet: Das Stück funktioniert mit nur drei Schauspielern.
Rita Kohn
Ramona Fattini und Sarah Herrmann proben vor der Blog-Kamera des Amriswiler Kulturbeauftragten Andreas Müller. (Bild: Rita Kohn)

Ramona Fattini und Sarah Herrmann proben vor der Blog-Kamera des Amriswiler Kulturbeauftragten Andreas Müller. (Bild: Rita Kohn)

AMRISWIL. Geprobt wird im Keller. Noch. Bald wird das Ensemble von «Schneewittchen» ins Schloss Hagenwil übersiedeln und dem Einstudierten auf der schwierigen Schlosshof-Bühne den letzten Schliff verpassen. «Wir kennen inzwischen alle die besondere Herausforderung dieser Bühne», sagt Falk Döhler mit einem gewinnenden Lächeln.

Doch ist es bei Schneewittchen bei weitem nicht die kleine und übers Eck gezogene Bühne, die dem Regisseur Florian Rexer wie dem Ensemble zusetzt. Es ist vor allem das ehrgeizige Ziel, das sich Rexer gesetzt hat. Denn wie die bisherigen Kinderstücke auch muss Schneewittchen mit einer Dreierbesetzung auskommen. Ramona Fattini, Sarah Hermann und Falk Döhler haben also eine ganze Reihe von Figuren zu verkörpern.

Gerunzelte Stirn

An diesem Morgen sitzen nicht nur Florian Rexer und seine Assistentin Rebekka Schroff im Proberaum an der Kirchstrasse. Auch Doris Haudenschild, die dem Ensemble mit Textpassagen aushilft, und Kulissenbauer Peter Affentranger sind da. Letzterer hat einen grossen Block vor sich. Er sieht sich gespannt die verschiedenen Szenen an und macht Notizen. Oft runzelt er die Stirn.

Dem Kulissenbauer kommt eine schwierige Aufgabe zu. Er muss die für das Abendstück «Der Revisor» gebaute Kulisse so auf das Kinderstück einrichten, dass die Kinder sich im Schloss, Wald oder bei den Zwergen wähnen. «Manchmal braucht es nicht so viel, um das zu erreichen, manchmal muss ich mir einiges einfallen lassen», sagt Peter Affentranger. Auch er kennt die Bühne im Schloss schon von Anfang an. «Peter Affentranger hat uns immer wieder tolle Kulissen gebaut», lobt Florian Rexer.

Umziehen auf der Bühne

An diesem Morgen soll «Schneewittchen» nun mal ganz durchgespielt werden. Das Ensemble ist bereit. Die Rollen sitzen, die Accessoires liegen bereit. Besonders Falk Döhler verlangt dieses Stück eine Parforceleistung ab. Er verkörpert nicht nur den Prinzen, der das Schneewittchen aus seinem Todesschlaf erweckt, er spielt auch die sieben Zwerge, den Jäger und den Spiegel, den die Stiefmutter regelmässig befragt. Das heisst, Falk Döhler hat eine unglaubliche Präsenz auf der Bühne, muss auch in der Lage sein, in Sekundenschnelle von einem Charakter zum anderen zu wechseln.

Florian Rexer hat einen pragmatischen Weg gewählt, um das Problem zu lösen. Er lässt Falk Döhler zwar grosse Freiheiten, was die Ausgestaltung des jeweiligen Zwergencharakters angeht, lässt ihn jedoch durch ein Umziehen direkt auf der Bühne die Rolle wechseln.

Kritisches Publikum

«Kinder sind ein sehr kritisches Publikum», sagt der junge Schauspieler nach dem gelungenen Durchgang. Das Ensemble hat nun eine kurze Pause, bevor es zur Nachbesprechung mit Florian Rexer geht. Er versuche deshalb, jeden Zwerg einzigartig sein zu lassen. Die Erwachsenen, die an diesem Morgen die Proben verfolgen, nehmen ihm die sieben Charaktere ab. Sie lassen sich vom Spiel so mitreissen, dass es keine Rolle mehr spielt, ob die Kulisse aus einem schwarzen Vorhang oder einem gemalten Hintergrund besteht.

Noch wird einige Zeit verstreichen, bis die Premiere von «Schneewittchen» stattfindet. In dieser Zeit wird weiter an den Charakteren gefeilt. Sechs Vorstellungen sind vorgesehen: Die Premiere findet am Mittwoch, 10. August um 15 Uhr statt, die weiteren Vorstellungen am Sonntag, 14. August um 10.30 und um 15 Uhr, am Mittwoch, 17. August um 15 Uhr, am Mittwoch, 24. August um 15 Uhr und die Dernière am Sonntag, 28. August um 15 Uhr.

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