Ein Leichtbau im Huckepack

WEINFELDEN. Nach den Sommerferien schwitzen die Berufsschüler in Weinfelden in einer zusätzlichen Turnhalle. Sie wird auf dem bestehenden Gebäude hochgezogen und ist fast komplett aus Holz gefertigt.

Cyrill Rüegger
Drucken
Teilen
Aufstockung aus Holz: Auf die bestehenden Sportanlagen beim BBZ bauen Arbeiter eine zusätzliche Turnhalle, einen Kraftraum und Büros. (Bilder: Cyrill Rüegger)

Aufstockung aus Holz: Auf die bestehenden Sportanlagen beim BBZ bauen Arbeiter eine zusätzliche Turnhalle, einen Kraftraum und Büros. (Bilder: Cyrill Rüegger)

Eine Schneedecke überzieht die Baustelle beim Berufsbildungszentrum, während durch den Rohbau ein eisiger Wind zieht. «Der Schnee hat zu kleinen Verzögerungen geführt, aber bislang hat uns der Winter nicht aus dem Konzept gebracht», sagt Bauleiter Urs Laib. Er ist optimistisch, dass die Aufstockung der BBZ-Turnhalle bis zum Start des nächsten Schuljahres im August abgeschlossen sein wird.

Beton wäre zu schwer

Neben den zwei bestehenden Turnhallen, deren Böden momentan unter einer dicken Staubschicht liegen, stehen den rund 3800 Berufsschülerinnen und Berufsschülern dann eine zusätzliche Halle sowie ein Kraftraum zur Verfügung. Zudem entstehen Büros für die Verwaltung der Berufsfachschulen Thurgau. Die neuen Räumlichkeiten befinden sich in einem zweistöckigen Aufbau, der momentan montiert wird. Abgesehen von den angebauten Treppenhäusern besteht die Aufstockung praktisch vollständig aus Holz. «Das hat in erster Linie mit dem geringen Gewicht von Holz zu tun. Beton wäre für den Aufbau zu schwer», erklärt Laib. Vom alten Turnhallengebäude wurden nur einzelne Wände abgerissen. Die restlichen Wände wurden an gewissen Stellen mit Betonelementen verstärkt. «Das waren spannende Arbeiten. Anders als bei Neubauten konnten wir den Beton ja nicht von oben eingiessen, sondern mussten diesen ins Untergeschoss eines bestehenden Gebäudes befördern, um ihn zu verarbeiten.»

Hallenbad durchgehend offen

Das direkt anliegende Hallenbad ist während der gesamten Bauzeit von fast eineinhalb Jahren in Betrieb. «Auf einer Baustelle entsteht Dreck und Lärm. Da war das Verständnis des Personals und der Gäste des Hallenbads sehr wichtig», sagt Laib. Das Umfeld erfordere ohnehin Rücksicht. «Wir mussten zum Beispiel mit den Abbrucharbeiten zuwarten, weil sie genau in die Prüfungszeit am BBZ gefallen sind.» Die Schüler müssen wegen der Umbauarbeiten für ihre Turnlektionen momentan häufig an die frische Luft ausweichen. Direkt neben der Baustelle wurden dafür zwei Container aufgestellt, die als Umkleidekabinen dienen.

Die Kosten für die vom Thurgauer Stimmvolk 2011 genehmigte Aufstockung betragen 7,63 Millionen Franken. Zusammen mit der Sanierung der alten Hallen sowie der geplanten Photovoltaikanlage ergeben sich Gesamtkosten von 12,65 Millionen Franken.

Urs Laib, Bauleiter.

Urs Laib, Bauleiter.