Ein Leben für den Volleyballsport

Vor gut einem Monat wurde der 47jährige Arboner Werner Keller von der IG Region Arbon zum Sportförderer ernannt. Unter Kellers Fittichen standen in den vergangenen 30 Jahren unzählige junge und ältere Volleyballspieler.

Rudolf Käser
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Werner Keller wurde für sein Engagement im Volleyball zum Sportförderer des Jahres 2008 ernannt. (Bild: Rudolf Käser)

Werner Keller wurde für sein Engagement im Volleyball zum Sportförderer des Jahres 2008 ernannt. (Bild: Rudolf Käser)

Die Überraschung sei perfekt gewesen, als er im Seeparksaal auf die Bühne zur Ehrung des Sportförderers gerufen worden sei. Denn eigentlich habe er damit gar nicht gerechnet, weil er in der jüngsten Zeit etwas kürzer getreten sei. «Mir wurde erst bei der Laudatio von Rita Anderes bewusst, was ich in den vergangenen Jahren alles gemacht habe.»

Zuerst im Schwimmbad

Zum Volleyballsport sei er eher zufällig gekommen. Vor 30 Jahren habe er als Turner ab und zu beim KTV Arbon Volleyball gespielt. «Noch mehr in Berührung mit dem Volleyball gelangte ich auf der Spielwiese des Schwimmbades Arbon. Damals erschienen jeweils integrierte Tschechoslowaken, welche den Volleyballsport gut beherrschten», erinnert sich Keller.

«Eines Tages wurde ich vom KTV gefragt, ob ich Spieler für eine Mannschaft zusammensuchen könnte. Weil ich rasch Gefallen an diesem anspruchsvollen Sport fand, begann ich damit, eine Mannschaft zusammenzustellen. Daraus wurde später der Volleyballclub Arbon.»

Anspruchsvolle Sportart

Volleyball fasziniere ihn einerseits, weil es ein vielseitiger und anspruchsvoller Sport sei. «Dieser Sport erfordert koordinative Fähigkeiten, gute Technik und insbesondere Teamgeist. Im Volleyball hätten Egoisten, wie dies bei anderen Ballsportarten möglich sei, keinen Platz. Denn da zähle nur das, was die Mannschaft gemeinsam erreiche.

Weil der Volleyballsport anspruchsvoll sei, brauche es bis zu dessen einigermassen vernünftigen Beherrschung grossen Zeitaufwand, welcher sich über viele Jahre erstrecke. Dies sei auch mit ein Grund, dass es – bei der heutigen Konkurrenz anderer Sportarten noch im besonderen – immer schwieriger werde, die Jugendlichen beim Volleyballsport zu halten.

Nachwuchs am Herzen

Der Volleyball-Nachwuchs lag Werner Keller in all den Jahren immer und speziell am Herzen. Wieder ist er eher zufällig in den Volleyball-Nachwuchs gelangt. Sein Bruder habe mit Kollegen in der Sekundarschule oft Volleyball gespielt. Dieser Bruder habe ihn eines Tages angefragt, ob er nicht mit seinen Schulkollegen ein Training führen möchte. «So bin ich in die Nachwuchsförderung gekommen.»

Werner Keller trainierte in der Folge viele Juniorenteams, vor allem bei Mädchen und Frauen. Aber auch bei den Aktiven blieb er dabei, zwischenzeitlich recht erfolgreich. «Ein Höhepunkt war, als wir im Jahr 1978 mit dem VBC Arbon in die Nationalliga B aufstiegen und drei Jahre oben blieben.» Ein Boom sei im Nachwuchs trotzdem nie ausgebrochen. Wohl eben, weil dieser Sport viel und langjährigen Zeitaufwand erfordere, mutmasst Werner Keller. Den jahrelangen grossen Aufwand hätte er nie bringen können, wenn er nicht eine sehr verständnisvolle Frau im Hintergrund gehabt hätte, sagt der studierte Maschineningenieur HTL. «Meine Frau, selbst Volleyballspielerin, hat mir stets den Rücken freigehalten.» Kennengelernt habe er sie anlässlich der Aufstiegsfeier des Herrenteams in die Nationalliga B im Jahr 1978, lacht Werner Keller.

Kaum Zeit für andere Hobbies

Der Sportförderer des Jahres 2008 ist zwar ein Sportler mit verschiedenen Interessen. Er betreibe neben dem Volleyball noch Tennis, Skifahren, Joggen und Krafttraining. «Daneben bleibt mir allerdings kaum mehr Zeit für weitere Hobbies.»

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