Ein Leben am Ball

Beim Egnacher Michael Lang dreht sich alles um den FC St. Gallen. Dem Trubel des Fussballerlebens entflieht er im ruhigen Oberthurgau. Besonders wohl fühlt er sich am Wasser – etwa in der Romanshorner Badi.

Alessandro Reho
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Das Hobby zum Beruf gemacht: Michael Lang, Spieler des FC St. Gallen aus Egnach. (Bild: Alessandro Reho)

Das Hobby zum Beruf gemacht: Michael Lang, Spieler des FC St. Gallen aus Egnach. (Bild: Alessandro Reho)

Egnach. Erst 16 Jahre alt war der Egnacher Michael Lang, als er im Mai 2006 sein Début in der ersten Mannschaft der St. Galler gab. Mittlerweile hat er den Sprung ins Team geschafft und kommt immer wieder zum Spielen.

Den Traumberuf gefunden

Im Alltag des Neunzehnjährigen richtet sich derzeit alles auf den Fussball aus. Einen Tag in der Woche geht Michael Lang in die Berufsschule nach Zürich.

Dort macht er, mit jungen Spielern anderer Vereine, ein Sportler-KV, welches er voraussichtlich diesen Sommer abschliessen wird. Die restliche Zeit wird überwiegend von Trainings und Spielen bestimmt. Freizeit, so der U19-Nationalspieler, bleibe ihm schon noch. Diese verbringt er am liebsten mit Familie, Freundin oder Kollegen. Als Berufsfussballer muss er aber auch in seiner freien Zeit wie ein Profi leben. «Eine gesunde Ernährung, körperliche Entspannung und vor allem genügend Schlaf sind ein Muss.

In den Ausgang gehe ich nur, wenn sich dadurch keine Probleme mit dem Sport ergeben», sagt Lang. An seiner Liebe zum Fussball hat sich dadurch nichts geändert. Er habe es geschafft, sein Hobby zum Beruf zu machen. «Es gibt doch nichts Schöneres», schwärmt der junge Egnacher. Dass er nicht immer zur Startformation gehört, sieht das junge Talent nicht so eng. «Ich bin erst 19.

Das Wichtigste ist für mich nicht, von Anfang an auf dem Platz zu stehen, sondern so oft wie möglich zu spielen.»

Fortschritte gemacht

Seit Michael Langs Ersteinsatz hat sich beim Nachwuchstalent viel getan. Beim Auswärtssieg in Neuenburg erzielte er kürzlich sogar seinen ersten Treffer in der Super League. Vor allem seine körperlichen Voraussetzungen hätten sich verbessert. Aber auch mental habe er grosse Fortschritte gemacht. «Früher habe ich Kritik aus der Öffentlichkeit zu ernst genommen und mich dann sofort hinterfragt.

Heute weiss ich, wie ich mit Druck umgehen muss.»

Abstieg als Chance

Zu seinen Mannschaftskameraden hatte Michael Lang von Anfang an ein gutes Verhältnis. Er hat mittlerweile viele Kollegen im Team, mit denen er auch abseits des Platzes Zeit verbringt. Den Abstieg des FC St. Gallen vor zwei Jahren sah der Thurgauer mit einem lachenden und einem weinenden Auge. «Die Missgunst und den Druck von aussen zu erleben, war nicht schön.

» Die Challenge League habe ihm aber auch die Chance geboten, zu mehr Einsätzen zu kommen und sein Können unter Beweis zu stellen.

«Hier kann ich abschalten»

Michael Lang wohnt mit seinen Eltern schon viele Jahre in Egnach. In der Region, in der er auch viele Freunde hat, fühlt er sich heimisch. Am Thurgau schätzt er vor allem die Ruhe und die Nähe zur Natur. «Hier kann ich gut abschalten und den Trubel des Fussballerlebens hinter mir lassen», so Lang.

Besonders wohl fühlt er sich am Wasser. Im Sommer verbringt er gerne Zeit am See, beispielsweise in der Badi in Romanshorn.

Realistisch

Viele sagen Michael Lang eine erfolgreiche Karriere voraus. Er selber bleibt bescheiden. Seine Ziele für die nächste Zeit sind es, weiter gute Leistungen zu bringen und sich einen Stammplatz zu erkämpfen. Für später könnte er sich den Schritt in die deutsche Bundesliga vorstellen. Ein Traum wäre ein Platz in der A-Nationalmannschaft.

Das sei im Moment aber kein Thema, meint Lang. Er schaue nicht gerne zu weit in die Ferne. «Wenn man zu oft träumt, vergisst man schnell einmal die Gegenwart.»