Ein Kulturzentrum für Arbon

ARBON. Im Saurer WerkZwei entsteht ein neues Kulturzentrum. Eine Aktiengesellschaft erwirbt von HRS den grössten Teil des Presswerks. Sie vermietet Vereinen wie der Musikschule Räume und betreibt als Veranstalterin eine Eventhalle.

Max Eichenberger
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Nach dem Abbruch der Reparaturwerkstätte wird das Presswerk neu zur Geltung kommen. (Bild: pd)

Nach dem Abbruch der Reparaturwerkstätte wird das Presswerk neu zur Geltung kommen. (Bild: pd)

Arteffekt, Xang, ZiK: das waren in Arbon Synonyme für Kulturveranstaltungen. Die Locations sind inzwischen Geschichte. Die Eventkultur köchelt seither auf Sparflamme. Immerhin ist mit dem Triebwerk wieder ein junges Pfänzchen erblüht. Und jetzt soll es in der Stadt ein neues Kulturzentrum geben: im Frühsommer 2016 im ehemaligen Saurer-Presswerk.

AG als Trägerin gegründet

Es ist das Ergebnis von Verhandlungen zwischen Saurer- WerkZwei-Eigentümerin HRS, der Stadt Arbon sowie einer Gruppe Kultur-Enthusiasten und der Musikschule als grösste kulturelle Institution auf dem Platz.

Rolf Staedler Verwaltungsratspräsident Kulturzentrum Presswerk AG

Rolf Staedler Verwaltungsratspräsident Kulturzentrum Presswerk AG

Letztere haben, wie einem Eintrag im Thurgauer Handelsregister zu entnehmen ist, Ende April die Kulturzentrum Presswerk AG gegründet. Im Verwaltungsrat sitzen als Präsident Rolf Staedler, die beiden Vertreter von Musikschule/-zentrum Bruno Glanzmann als Projektleiter und Carmen Lüthi sowie Cyrill Stadler, Daniel Eugster und Markus Schultz.

Kultur unter einem Dach

«Das umgestaltete Presswerk wird die neue Begegnungsstätte mit Kunst und Kultur für Jung und Alt werden», verspricht die momentan noch karge Homepage. Am 29. Mai wird der Verwaltungsrat sein Projekt detailliert vorstellen. Soviel vorweg: Im Kulturzentrum Presswerk werden Rolf Staedler zufolge «verschiedene musische Vereine und Gruppen, vielfältige Veranstaltungen und Ausbildungsangebote, Ausstellungen und vieles mehr unter einem Dach vereint».

Den Anstoss für Sondierungen gegeben hatte das Raumbedürfnis der Musikschule. Am jetzigen Standort des Musikzentrums in der ehemaligen Saurer-Kugellagerfabrik an der Brühlstrasse verfolgt die Eigentümerin Wälli AG mittelfristig Entwicklungspläne. Die Musikschule konnte keinen längerfristigen Mietvertrag mehr aushandeln.

Im Rahmen der Hamel-Umbau-Projektierung hat HRS der Stadt zugestanden, zwei Räume von gesamthaft 500 Quadratmeter kulturellen Zwecken zuzuhalten. Für die Musikschule wären sie zu knapp gewesen – und dort auch weniger geeignet.

Investitionen: Sechs Millionen

So wurde, über die Vermittlung durch die Stadt, nach einer neuen Lösung gesucht. Der Deal: Die Aktiengesellschaft erwirbt von HRS das fassadensanierte Presswerk mit Ausnahme des Hallenteils, in dem das Saurer-Oldtimer-Depot eingerichtet wird. Dieses Projekt ist aufgegleist. Der Verkauf steht laut HRS-Entwickler Michael Breitenmoser vor der Abwicklung. Rolf Staedler zufolge wird die AG ihrerseits sechs Millionen Franken in das Presswerk investieren: Diese Summe setzt sich aus dem Kaufpreis sowie den Kosten für das Herrichten und die Ausstattung des Gebäudes zusammen. So werde unter anderem eine Gastronomie eingebaut. Eine «weitgehende Absichtserklärung» über den Kauf ist laut Staedler ausgehandelt worden.

Vermieterin und Veranstalterin

Die AG tritt einerseits als Vermieterin auf. «Wir sind aber hauptsächlich Veranstalter, ähnlich wie bei der Arteffekt seinerzeit», sagt Staedler. Im Kopfbau werden die Musikschule und andere Vereine eine Bleibe finden.

Die Eventhalle fasst maximal 800 Personen, soll aber unterteilt werden können. Das Triebwerk werde ebenfalls Teil des Betriebs. «Wenn jemand einen Anlass durchführen will, muss er sich ins Konzept fügen.» Staedler denkt etwa an Subveranstalter wie «Kultur läbt», so denn der Verein sich wieder reaktiviert. Die Nutzung als Konferenz-Arena soll ebenso möglich sein.

Teil der künftigen Eventhalle. Hier sollen maximal 800 Personen Platz finden können. (Bild: Max Eichenberger)

Teil der künftigen Eventhalle. Hier sollen maximal 800 Personen Platz finden können. (Bild: Max Eichenberger)