Ein Kompliment für die Turner

Vor insgesamt 750 Besuchern und Besucherinnen an zwei Abenden präsentierten die zehn Riegen der turnenden Vereine Bischofszell am Wochenende ihre Turnshow. Sie stand unter dem Motto «Hollywood».

Rudolf Steiner
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Die Männerriege mit Manuela Jung zeigt ihre Nummer «Need a Dollar».

Die Männerriege mit Manuela Jung zeigt ihre Nummer «Need a Dollar».

BISCHOFSZELL. And the Winner is «Turnverein Bischofszell». Hätte es an der diesjährigen Turnshow der turnenden Vereine Bischofszell mit dem Motto «Hollywood» einen Oscar zu gewinnen gegeben, wären ohne Zweifel alle elf Nummern des äusserst originellen Programms in Frage gekommen.

Turnveteran ist gerührt

Denn anders ist es kaum zu erklären, dass der 59jährige Turnveteran und langjährige Oberturner Hampi Bühler nach dem Schlussbild auf die Bühne stieg und den 180 Turnern und Turnerinnen – darunter 120 Buben und Mädchen im Alter von 5 bis 18 Jahren – ganz spontan und gerührt für die grossartige und begeisternde Hollywood-Turnshow dankte. «Ich weiss aus meiner eigenen Aktivzeit, wie viel Engagement und Arbeit in den einzelnen Riegen nötig sind, bis eine solche Turnshow realisiert werden kann», erklärte er unter dem Schlussapplaus des Publikums.

Strapazierter Zeitplan

Dabei zeichnete sich schon nach der ersten Darbietung des originellen Programms am Samstagabend in der Bitzihalle ab, dass der Zeitplan kaum eingehalten werden konnte. Denn bereits die Buben und Mädchen der kleinen Geräteturnriege mussten «Harry Potter» nach dem begeisternden Beifall der 450 Besucher und Besucherinnen – am Freitag waren es 300 Besucher – ein zweites Mal präsentieren.

Dasselbe «Schicksal» blühte denn in der Folge auch dem Damenturnverein mit dem verruchten «Moulin Rouge», der grossen Geräteturnriege mit dem legendären «Pink Panther»; den Buben und Mädchen der grossen Jugi mit dem bombastischen «Top Gun», «The Fast and the Furious» einer gemischten Riege aus kleinen und grossen Turnern und Turnerinnen, der frisch und spritzig auftretenden Showgruppe mit «James Bond» und Bond-Darsteller Remo Traber sowie den «Altherren» des Männerturnvereins mit der akrobatischen und umwerfenden Slapsticknummer «Charlie Chaplin» am Barren und auf dem Minitramp.

Publikum wünschte Pause

Dass die Nummern «Madagaskar» der kleinen Jugendriege, das farbenfrohe Säbelrasseln in «Fluch der Karibik» des Frauenturnvereins, «Need a Dollar» der Männerriege und das originelle «Sister Act» des Männer- und Frauenturnvereins nicht zur Wiederholung herausgeklatscht wurden, hatte weniger mit der Qualität ihrer Vorführungen als vielmehr mit dem Wunsch des Publikums nach einer Verschnaufpause zu tun. Oder vielleicht auch einfach mit dem Angebot des Küchenteams, das in den Pausen in rekordverdächtiger Zeit Hunderte von Menus servierte.

An vergangene Shows erinnern

So ertönte der frenetische Schlussapplaus – fast wie bei «Wetten, dass…» ziemlich genau eine Stunde später wie im Programmablauf vorgesehen. Trotzdem blieb aber nach dem begeisternden Programm nicht nur für die Turnveteranen genügend Zeit, an der Bar oder in der Kaffeestube tief in der Erinnerungskiste vergangener Turnshows zu wühlen.

Die Buben und Mädchen der grossen Geräteturnriege präsentieren ihre Nummer namens «Pink Panther». (Bilder: Rudolf Steiner)

Die Buben und Mädchen der grossen Geräteturnriege präsentieren ihre Nummer namens «Pink Panther». (Bilder: Rudolf Steiner)