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Ein Jahr in Tansania gelebt

Weinfelden. Die 21jährige Mirjam Gähwiler hat ihren Traum von einem sozialen Einsatz in Afrika wahr gemacht. Ein Jahr lebte und arbeitete sie in Tansania.
Werner Lenzin
Mirjam Gähwiler in Tansania. (Bild: pd)

Mirjam Gähwiler in Tansania. (Bild: pd)

«Tansania – das Land meiner Träume», steht in grossen Lettern auf dem Fotobuch von Mirjam Gähwiler. Im vergangenen Sommer schloss die 21jährige Weinfelderin die Pädagogische Maturitätsschule. «Ich wollte die Schule unterbrechen und sah mich nach einem sozialen Einsatz in Afrika um», erzählt die junge Studentin, die demnächst ihre zweijährige Ausbildung zur Primarlehrerin an der Pädagogischen Hochschule Thurgau beginnen wird. In der Evangelistic Church im tansanischen Mbalizi fand sie eine Ausbildungsstätte für angehende Schreiner und Automechaniker – aber auch für Frauen, die im Textilbereich arbeiten wollen.

Um Aids-Waisen gekümmert

Im nicht weit entfernten Mshewe unterrichtete die junge Weinfelderin einerseits die Kinder der dortigen Schweizer und Österreicher, die die Eingeborenen in die erwähnten Berufe einführten. «Verbunden mit dem Unterrichten war aber auch die Betreuung über die Mittagszeit und teilweise abends.» Nach ihrer Ankunft in Mshewe habe sie zuerst einen zweiwöchigen Sprachkurs besucht, um sich der Eingeborenensprache Suaheli zu bemächtigen, berichtet Gähwiler. Dies machte für sie ihre zweite, ungeplante Aufgabe in Tansania einfacher: Die Integration in ein Team, das sich um die rund 150 Waisenkinder, die im 2500-Seelen-Dorf leben, kümmert. Bei den Kindern handelt es sich vor allem um Aids-Waisen. Jeweils am Samstag spielte das Projektteam mit den Kindern, erzählte Geschichten und kochte für alle. Wöchentlich unterrichtete die angehende Lehrerin 35 Lektionen in allen Fächern. Dabei bediente sie sich der Lehrmittel aus der Schweiz und Österreich – auch um einen möglichen Anschluss an die hiesigen Schulen zu gewährleisten. «Da war zum Beispiel der siebenjährige Joshua, der mit seinen Adoptiveltern diesen Sommer in den Kanton Aargau kam», berichtet die junge Weinfelderin. Er lernte Deutsch sprechen und schreiben und tritt dieses Schuljahr in eine zweite Klasse ein.

Feldarbeit vor der Schule

«Die Kinder der Eingeborenen haben recht viele Freiheiten, sind viel draussen und meistens fröhlich», stellt Mirjam Gähwiler fest. Der Alltag der Kinder ist jedoch auch sehr hart, denn viele von ihnen müssen schon morgens um 6 Uhr ihren Eltern auf den Mais- und Bohnenfeldern helfen, bevor um 8 Uhr der Schulunterricht beginnt. Auch nach der Schule werden die Kinder oft für die Familienarbeit eingesetzt.

Mirjam Gähwiler könnte sich gut vorstellen, später wieder einige Jahre in Tansania zu verbringen, «denn das Land ist mir ans Herz gewachsen». Begeistert zeigt sie sich von der Gastfreundschaft und der Herzlichkeit der dort lebenden Menschen.

Am 24. August um 17 Uhr hält Mirjam Gähwiler im evangelischen Kirchgemeindehaus einen Vortrag über «Tansania – Einblick in Leben, Arbeit und Kultur».

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