Ein gutes Zeugnis für die Stadt

KREUZLINGEN. An den Jahresberichten und den positiv ausgefallenen Rechnungen von Stadt und Technischen Betrieben hatten die Gemeinderäte gestern abend nichts auszusetzen. Deshalb nutzten die Fraktionen die Gelegenheit, ihre politischen Anliegen zu plazieren, und für Verabschiedungen.

Urs Brüschweiler
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KREUZLINGEN. Es war eine Kehraus-Sitzung. Der Kreuzlinger Gemeinderat traf sich gestern zur letzten Sitzung der Legislatur. Damit sich das anschliessende gemeinsame Essen an der Gewa nicht zu spät in den Abend verschob, begann man mit den Beratungen eine halbe Stunde früher als üblich. Bruno Rieser, SVP-Gemeinderat und Präsident der Geschäftsprüfungskommission (GPK), legte Zeugnis über deren Tätigkeit ab. Behandelt worden seien im letzten Jahr Unregelmässigkeiten bei den Bautätigkeiten einer Kreuzlinger Unternehmung, die Arbeitspensen der Stadträte sowie die Geschäftsberichte von Stadt und Technischen Betrieben (TBK).

Bloss keine Fehler machen

Stadtrat und Verwaltung führten ihre Aufgaben ordentlich aus, hielt Rieser fest, und merkte an, dass die Exekutive sehr darauf bedacht sei, keine Fehler zu machen. Der GPK-Präsident – eigentlich zuständig, die Einhaltung der Vorschriften zu überwachen – legte dem Stadtrat gar ans Herz, manchmal etwas mutiger zu sein.

Alle Berichte durchgewinkt

Bei den Geschäftsberichten und Jahresrechnungen von Stadt und TBK gab es weder Änderungswünsche noch Ungereimtheiten. Alles wurde problemlos durchgewinkt. Die Fraktionen nutzten jedoch die Gelegenheit, auf einige Punkte aufmerksam zu machen, welche ihnen bedeutsam erschienen.

CVP verlangt günstigere Tarife

Daniel Moos, Fraktionssprecher der Freien Liste, ist etwa der hohe Anteil an Atomstrom, welcher in Kreuzlingen nach wie vor verkauft wird, ein Dorn im Auge. Christian Forster, Rägeboge, erkundigte sich, was aus der einst angedachten Kommission geworden sei. Diese sollte sich aufgrund der zunehmenden Komplexität der Materie vertieft mit den Belangen der Technischen Betriebe auseinandersetzen. Stadtrat David Blatter informierte, dass diese TBK-Kommission im Rahmen der Revision der Gemeindeordnung geprüft werde. Die CVP in Person von Walter Schmid verlangte aufgrund der wiederholten Gewinne der Technischen Betriebe eine Anpassung der Tarife zugunsten der Kunden zu prüfen.

Lehren aus Niederlagen

Alexander Salzmann, FDP, ärgerte sich über die seiner Ansicht nach magere Lehre, die der Stadtammann offenbar aus den verlorenen Abstimmungen zum Bushof und zur Schwimmhalle gezogen habe. Dem Jahresbericht ist nämlich zu entnehmen, dass Andreas Netzle beim Stadthaus die Bevölkerung noch direkter und umfassender informieren will.

Am hohen Überschuss der städtischen Rechnung hatten alle Fraktionen ihre Freude. Vor allem SP-Fraktionschef Ruedi Herzog gab jedoch zu bedenken, dass die Attraktivität der Stadt nicht zugunsten hoher Erträge geopfert werden dürfe. Alle seien aufgefordert mitzuhelfen, dass in Kreuzlingen auch Projekte realisiert werden können.

Kein Eishockey im August

Unter Verschiedenes gab SP-Gemeinderat Cyril Huber seiner Empörung Ausdruck, dass die Bodensee-Arena im kommenden August offenbar kein Eis in der Halle machen wird und der EHC Kreuzlingen-Konstanz aufgefordert worden sei, sich auswärts um Eiszeit zu bemühen. Er griff dabei Stadträtin und Bodensee-Arena-Verwaltungsrätin Dorena Raggenbass direkt an und forderte von ihr eine Zusage an der nächsten Gemeinderatssitzung. Diese meinte darauf, dass diese Planungen noch nicht abgeschlossen worden seien.

«Kreuzlingen» fehlt auf dem See

Christian Forster machte darauf aufmerksam, dass derzeit weder am Ober- noch am Untersee ein Kursschiff mit dem Namen «Kreuzlingen» fahre. Er rege nicht nur deshalb an, dass die Stadt sich für die Realisierung eines Dampfschiffes auf Untersee und Rhein starkmache.

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