Ein guter Jahrgang reift heran

WEINFELDEN. Die Weinfelder Weinbauern sind für die baldige Traubenernte zuversichtlich. Für einen sehr guten Jahrgang werden allerdings noch einige Sonnentage benötigt.

Nicole D'orazio
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Valentin Hasler, Benno Forster, Hansruedi Wolfer und Willi Burkhart (von links) degustieren inmitten der Reben einen Rotwein und diskutieren. (Bild: Donato Caspari)

Valentin Hasler, Benno Forster, Hansruedi Wolfer und Willi Burkhart (von links) degustieren inmitten der Reben einen Rotwein und diskutieren. (Bild: Donato Caspari)

Die Weinbauern Benno Forster, Hansruedi Wolfer, Willi Burkhart sowie Valentin Hasler, Gemeinderat und Präsident der Rebkommission, stehen in den Reben nahe dem Weingut Forster und nehmen die Trauben unter die Lupe. «Gefühlsmässig war dieses Jahr für uns Winzer eher durchzogen, da das Wetter sehr unbeständig war», sagt Forster auf dem traditionellen Rebumgang. «So schlecht, wie mir mein Gefühl sagt, war es aber doch nicht, wenn ich mir die Trauben so anschaue.

» Der Herbst sei bisher eine positive Überraschung gewesen. Die Beeren seien sehr schön gewachsen, auch wenn deren Entwicklung im Vergleich mit den sehr guten Jahren 2008 und 2009 etwas hinterherhinke.

Nasses Wetter unerwünscht

«Wenn die kommenden Herbsttage schön und trocken bleiben, sind wir mit der Ernte auf einem sehr guten Weg», erklärt Hansruedi Wolfer. «Wir hoffen auf viel Sonnenschein.

» Sollte es oft feucht oder nass sein, steige die Gefahr, dass die Beeren faulen. «Denn die Beeren sind in diesem Jahr in einer hohen Anzahl gewachsen und sind sehr dicht beieinander.» So sei es schwierig zu verhindern, dass der Fäulnispilz auf die ganzen Trauben übergreife. Wenn er wählen könnte, hätte er darum lieber kleinere und lockere Trauben, fügt Forster hinzu. «Doch einen perfekten Jahrgang hat man eigentlich nie.»

Spannung wegen Hagelschäden

Gespannt waren die Weinbauern auch darauf, wie die Reben die starken Hagelschäden des letzten Jahres wegstecken. «Solchen Hagel wie 2009 hatten wir noch nie und darum auch keine Vergleichswerte», so Wolfer. Man habe viel über die Fruchtbarkeit der Pflanzen und den Rebschnitt diskutiert. «Nun können wir aber sagen, dass der Ertrag in einem guten Bereich liegt.»

Hauptlese ab Mitte Oktober

Einen Teil der Müller-Thurgau-Trauben hat Willi Burkhart bereits ernten können. «Um die Wega sind die ersten Beeren meistens reif und je nach Wetter müssen wir mit der Ernte beginnen», sagt er. Die Hauptlese beginne aber Mitte Oktober, wenn die Blauburgunder-Beeren reif sind. «Für uns ist es gut, dass die Sorten verschieden reif sind. So laufen wir uns langsam warm.» Für die Weinlese erhalten die Winzer Hilfe von Leuten aus der Region. «Die meisten unterstützen uns aus Freude, denn viel zu verdienen gibt es nicht», sagt Benno Forster.

Wichtiger Wega-Auftritt

An der Wega, die am Donnerstag beginnt, präsentiert sich der Weinbauernverein Ottenberg in der Gewerblerhalle (alte Turnhalle des Thomas-Bornhauser-Schulzentrums). «Eigentlich findet die Wega für uns zum falschen Zeitpunkt statt», sagt Forster. «Je nach Reife der Trauben gibt es für uns lange Tage.» Doch die Weinbauern wollen es nicht missen, sich zu präsentieren. «Die Leute sind uns verbunden und interessieren sich für den Weinbau. Darum ist der Auftritt wichtig.»