Ein gut aufgestelltes Reich

Das Familienerbe der von Finck geht zurück auf den 1848 geborenen Wilhelm Peter Finck. Der Sohn eines hessischen Händlers rief 1870 das Bankhaus Merck Finck & Co und später mit anderen auch die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und die Allianz-Versicherungs AG ins Leben.

Drucken
Teilen

Das Familienerbe der von Finck geht zurück auf den 1848 geborenen Wilhelm Peter Finck. Der Sohn eines hessischen Händlers rief 1870 das Bankhaus Merck Finck & Co und später mit anderen auch die Münchener Rückversicherungs-Gesellschaft und die Allianz-Versicherungs AG ins Leben.

Nach dem Tod von Wilhelm Peter übernahm 1924 sein Sohn August von Finck senior erst 25jährig das Bankhaus Merck Finck & Co. Er zählte zu den ersten Förderern von Adolf Hitler, trat im März 1933 nach der Machtübernahme der NSDAP in die Partei ein. Merck Finck & Co übernahm 1938 in Berlin das alteingesessene Bankhaus J. Dreyfus & Co. und in Wien die Bank S.M. von Rothschild. Nach dem Tod von August senior 1980 regierte sein Sohn August junior wider Willen die Bank. Dieser stiess das Traditionshaus 1990 für 600 Millionen Mark an Barclays ab.

August von Finck junior kaufte sich danach in Schweizer Unternehmen ein: bei Mövenpick, bei Alusuisse-Lonza und bei Oerlikon-Bührle. Er stiess die Beteiligung an Oerlikon wieder ab, als der Mischkonzern nicht aus der Misere fand, und er gab auch 1998 jene an Alusuisse-Lonza auf.

Den Anteil an Mövenpick bauten er und seine Familie so stark aus, dass sie den börsenkotierten Konzern 2007 in Privateigentum überführen konnten. Den Erlös aus der Beteiligung an Alusuisse-Lonza, deren Wert sich in zehn Jahren vervierfacht hatte, steckte sie 1998 in die angeschlagene Genfer Warenprüferin SGS. Beim Stahlwerk Von Roll hielt August von Finck seit 1997 zwanzig Prozent. 2007 riss er die Macht ganz an sich und herrscht über das Unternehmen mit Leuten seines Vertrauens. Aus Von Roll wuchs ausserdem 2009 die Zürcher Bank Roll heraus. Eine Vermögensverwalterin für Superreiche aus aller Welt.

Ein Vierteljahrhundert nach der Rettung seines Vermögens aus Deutschland gebietet der 85jährige August von Finck über ein gut aufgestelltes Reich, das vorbereitet ist für die Weiterführung durch seine drei geschäftstüchtigen Söhne, die inzwischen alle in Freienbach SZ eingebürgert sind. (red.)