Ein Gewerbeplatz am Seequai

Die regionale Gewerbesektion feiert mit einem nachhaltigen Projekt ihr 125-Jahr-Jubiläum. Bei der Wetterstation am Quai soll ein Gewerbeplatz angelegt werden: Ein Puzzle mit 2000 gravierten Steinen – schweizerischer Provenienz.

Max Eichenberger
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Die ersten Steine sind graviert: Armin Broger, GTOB-Präsident, Sportarzt Patrik Noack, Hansjörg Brunner, Thurgauer Gewerbepräsident, sowie Daniel Eugster, der das Projekt vorstellte. (Bilder: Max Eichenberger)

Die ersten Steine sind graviert: Armin Broger, GTOB-Präsident, Sportarzt Patrik Noack, Hansjörg Brunner, Thurgauer Gewerbepräsident, sowie Daniel Eugster, der das Projekt vorstellte. (Bilder: Max Eichenberger)

ARBON. Seit 125 Jahren ist das Gewerbe organisiert. Der einstige lokale Verein hat sich zur regionalen Sektion Oberer Bodensee von Gewerbe Thurgau entwickelt. 258 Mitglieder gehören ihr inzwischen an. Das Gewerbe zeichne sich als starker Pfeiler der Wirtschaft durch Kontinuität aus, sagt Präsident Armin Broger. Nachhaltig wirken soll das Projekt aus Anlass des Jubiläums, das Vorstandsmitglied Daniel Eugster an der Generalversammlung präsentiert hat.

Jugend in den Vereinen fördern

Bei der Wetterstation am See wird ein Gewerbeplatz angelegt, bestückt mit 2000 Steinen. Für 125 Franken können Gewerbetreibende sowie weitere Kreise und Gönner diese kaufen und mit einer Gravur versehen lassen. 50 Franken wiederum kommen der Jugendförderung in einem Verein – wahlweise – zugute. Der Verkauf, der bis 31. Mai dauert, ist lanciert worden. Im September soll der Platz angelegt und danach eingeweiht werden.

«Müssen uns warm anziehen»

Eigentlich wollte GTOB-Präsident Armin Broger in Minne Rückschau halten auf ein Jahr, das die Organisation mit einem neuerlichen Mitgliederzuwachs im Aufwind sah. Doch mit Wollsachen im Landenbergsaal des Schlosses stehend, liess er die Symbolik sprechen: «Wir müssen uns warm anziehen. 2015 hat uns schlagartig eingeholt.» Die Frankenstärke bewege auch weiter weg von Kreuzlingen stark. Besorgt stelle man fest, dass der Einkaufstourismus über die Grenze weiter anschwillt. Nicht nur wegen der Euroschwäche sieht Broger die beunruhigende Entwicklung in grösserem Rahmen. Auch die durch das Internet begünstigte Jagd nach billigsten Produkten und tiefen Preisen globalisiere die Märkte zusehends. «Das verändert die Loyalität der Kunden total.»

Billig allein ist nicht alles

Allein im guten Preis eines Produkts erschöpften sich deren Bedürfnisse nicht, rechnete Broger vor: «Dass ich Nerven schonen und Zeit sparen kann, ist für mich wertvoller als die 47 Franken, für die ich meinen Warenkorb monatlich ennet der Grenze günstiger bekomme.» Ebenso sei Innovation gefragt. Kämpferisch zeigt sich Hotelière Eva Maron, die für Gabriele Maassen in den Vorstand gewählt worden ist: «Beziehungen schaffen und sich vernetzen: Das ist unsere Chance.» Hansjörg Brunner, Thurgauer Gewerbepräsident, sieht keinen Grund, den Kopf in den Sand zu stecken. Er ermahnt aber die Politik dringend, das Dickicht der hinderlichen Regularien zu lichten und damit die Rahmenbedingungen für die Wirtschaft zu verbessern. Jetzt sei «mehr liberaler Geist gefordert», haut Broger in dieselbe Kerbe – und erinnert an das Engagement vieler regionaler Betriebe in der Berufsausbildung.

Stadt kommt Gewerbe entgegen

Ein wichtiges Signal sandte schon Stadtammann Andreas Balg aus. Die harsch kritisierten hohen Parkiertarife seien nun gewerbefreundlicher angepasst worden. «Der Stadtrat hat den Spielraum im Reglement dafür weitestgehend ausgenutzt.» Balg geht davon aus, dass der starke Franken mittelfristig auch die Stadt Arbon tangieren werde: «Die Schere bei den Sozialkosten dürfte sich weiter öffnen.»

Standort des Gewerbeplatzes.

Standort des Gewerbeplatzes.

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