Ein gestellter Gang auf der Bühne

In Berg fand anstelle einer Ansprache erstmals ein Podiumsgespräch mit drei Schwingern statt. Es kamen etwa 150 Besucherinnen und Besucher. Der Organisator, der Feuerwehrverein, ist ein bisschen enttäuscht. Er hätte mehr Zuschauer erwartet.

Rudolf Steiner
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Am Podiumsgespräch in Berg: Nachwuchsschwinger Cian Dünner, Ernst Bühler, aktiver Kranzschwinger, Stefan Hungerbühler, technischer Leiter Schwingverband Oberthurgau, Gesprächsleiter Christian Stähli. (Bild: Rudolf Steiner)

Am Podiumsgespräch in Berg: Nachwuchsschwinger Cian Dünner, Ernst Bühler, aktiver Kranzschwinger, Stefan Hungerbühler, technischer Leiter Schwingverband Oberthurgau, Gesprächsleiter Christian Stähli. (Bild: Rudolf Steiner)

BERG. Im Bestreben, die 1.-August-Feier etwas attraktiver und fürs Publikum interessanter zu gestalten, setzte sich der Feuerwehrverein Berg – der Veranstalter der 1.-August-Feier – über eine jahrzehntelange Tradition hinweg. Er organisierte anstelle der traditionellen Festansprache eine Podiumsdiskussion zum Thema «Pflege der Traditionen». Allerdings hatte auch dieser Bruch mit den Traditionen nicht die erhoffte Wirkung auf den Publikumsaufmarsch; denn es erschienen nur gerade 150 Besucher und Besucherinnen auf dem Festgelände beim Schulhaus Neuwies.

Grosse Konkurrenz

«Wir haben schon etwas mehr Besucher erwartet», sagte denn auch ein etwas enttäuschter Christian Stähli, OK-Chef des Feuerwehrvereins, beim Aufräumen am frühen Nachmittag, «Vielleicht ist die Konkurrenz zu anderen Veranstaltungen wie dem Brunch auf dem Bauernhof und dem Panzertreffen in Bürglen in der Region einfach zu gross.» Den noch traditionellen Beginn der Bundesfeier machte die Musikgesellschaft Berg unter der Leitung von Vizedirigent Kurt Indermauer mit einigen rassigen, festlichen Märschen und – traditionell – der Nationalhymne, die zum bodenständigen Mittagessen – traditionell – mit Kartoffelsalat und heissem Beinschinken überleiteten. Kulinarisch zufriedengestellt bat dann Gesprächsleiter Christian Stähli drei Vertreter des Schwingsports – Stefan Hungerbühler aus Amriswil, den 32jährigen ehemaligen aktiven Schwinger und heutigen technischen Leiter des Schwingerverbandes Oberthurgau, Ernst Bühler aus Zihlschlacht, den 28jährigen Kranzschwinger und Teilnehmer am Eidgenössischen Schwingfest in Estavayer Ende August, sowie Cian Dünner aus Frasnacht, den 14jährigen Sekundarschüler und Nachwuchsschwinger, auf die Bühne.

Im 30minütigen Podiumsgespräch ging es nicht wie in der «Arena» des Schweizer Fernsehens um gegensätzliche Ansichten zum Schwingsport, der momentan einen beispiellosen Medienaufschwung erlebt.

Schwingende Frauen

Es ging mehr darum, wie und warum Schwinger ihren attraktiven Sport ausüben und um einige Erklärungen zu Training und Ernährung der Schwinger. So erfuhr dann das Publikum, dass es auch – nicht traditionell – schwingende Frauen gibt, die von den männlichen Schwingern und sogar vom Eidgenössischen Schwingerverband geduldet werden, und dass trotz allen Traditionen im Schwingsport auch Doping – auch nicht traditionell – eine Rolle spielt, wenn auch eine nur marginale.

Nach den Kriterien im Schwingsport müsste der erstmalige Versuch mit der Podiumsdiskussion fairerweise als gestellter Gang – als ein Unentschieden – bewertet werden.

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