Ein Gastspiel in der Heimat

Der 15jährige Emmanuel Rohrhirs spielte am vergangenen Mittwoch im Museum Rosenegg in Kreuzlingen. Der in Kreuzlingen geborene Klavierspieler ist vor einem Jahr mit seiner Mutter aus der Schweiz nach Ecuador ausgewandert.

Lukas Hutter
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Die Finger von Emmanuel Rohrhirs fliegen bei seinem Spiel flink über die Tasten. (Bild: Andrea Stalder)

Die Finger von Emmanuel Rohrhirs fliegen bei seinem Spiel flink über die Tasten. (Bild: Andrea Stalder)

KREUZLINGEN. Er ist 15 Jahre alt, in Kreuzlingen geboren und sucht als Pianist seinesgleichen. Vor einem Jahr ist das junge Talent Emmanuel Rohrhirs mit seiner Mutter nach Ecuador ausgewandert. Vor kurzem ist er in seine Heimat zurückgekehrt, um im Museum Rosenegg ein Konzert zu geben.

Emmanuel begann seine musikalische Karriere bereits mit sechs Jahren, bei seiner Mutter im Unterricht, die selbst Klavierlehrerin ist. «Ich hörte damals meiner Mutter beim Spielen zu und wusste, dass ich das auch erlernen möchte», sagt er. Schon mit sieben Jahren spielte er vor seinen Klassenkameraden und gab sein erstes Konzert. Emmanuel wurde danach von Marina Menzel, Musikpädagogin aus Konstanz, unterrichtet. 2012 gewann er den Thurgauer Musikwettbewerb und zwei Jahre später kam er in die Begabtenförderungsklasse in Kreuzlingen. Vor einem Jahr verliess Emmanuel mit seiner Mutter die Schweiz, um nach Ecuador auszuwandern. «Ich habe hier immer noch Kollegen, die ich nun wiedersehen konnte», sagt der Schüler. Auch die Schweiz vermisst er ein wenig. «In Ecuador sind viele Dinge ganz anders.»

Übung macht den Meister

Erst kürzlich hat Emmanuel an einem internationalen Wettbewerb für klassische Musik teilgenommen und überzeugt; er hat den ersten Platz gemacht. Das allerdings nicht einfach so. Emmanuel übt täglich mindestens vier Stunden. «Auf einen Wettbewerb hin können es aber auch bis zu sechs oder acht Stunden werden», sagt seine Mutter Margarita Rohrhirs. Das muss der Klavierspieler, um sein hohes Niveau halten zu können. Die Routine nimmt ihm gleichzeitig die Nervosität: «Klar bin ich ein wenig aufgeregt. Aber ich denke mir dann immer, dass ich so viel Zeit investiert habe und spiele einfach.»

Ein Semester in Kreuzlingen

In nächster Zeit wird Emmanuel an diversen weiteren internationalen Musikwettbewerben teilnehmen. Später könnte er sich gut vorstellen, Musik zu studieren. Dafür muss er aber zuerst sein Abitur in einem deutschen Gymnasium in Ecuador abschliessen. Auch ein Austauschsemester steht auf dem Plan des Schülers, das am liebsten an der Kantonsschule in Kreuzlingen. So würde er zumindest für eine gewisse Zeit wieder in der Schweiz leben. Emanuel ist sich sonst noch nicht sicher, ob er später wieder in die Schweiz zurückkehren wird.