Ein Förster erklärt die Welt

Im Rahmen einer Autorenlesung hat Bodo Marschall an der Primarschule Waldgeschichten erzählt.

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Bodo Marschall erzählt Geschichten sehr lebhaft. (Bild: Monika Wick)

Bodo Marschall erzählt Geschichten sehr lebhaft. (Bild: Monika Wick)

Mucksmäuschenstill sitzen die rund 40 Erst- bis Viertklässler auf dem Boden des Klassenzimmers. Ihre Augen hängen buchstäblich an den Lippen von Bodo Marschall. So eine grosse und ungeteilte Aufmerksamkeit wäre wohl der Wunschtraum vieler Lehrpersonen. Der Mann, dessen Ausführungen die Kinder so gebannt zuhören, ist aber kein Lehrer, sondern ein Autor und begnadeter Geschichtenerzähler. Zusammengebracht hat den Saarländer und die Primarschüler die Initiative ihrer Lehrerinnen Erika Vol­lenweider und Gabi Kreis. «Die Lesungen wurden von der Kulturvermittlung Ostschweiz angeboten, worauf wir uns angemeldet haben», erklärt Erika Vollenweider. Ende letzter Woche war es dann so weit.

Jeder von uns habe Geschichten im Kopf – manchmal mehr, manchmal weniger, sagt Bodo Marschall zu Beginn der Lesung und ermuntert die Kinder, ihre Geschichten aufzuschreiben. «Sie gelangen aus dem Kopf über den Arm und die Hand aufs Papier. Und vielleicht wird sogar einmal ein Buch daraus». Die Inspiration für seine eigenen Bücher schöpft Bodo Marschall aus seiner Tätigkeit als Förster.

Auf Entdeckungsreise am Waldboden

In seiner ersten Geschichte «Der Zauberkristall» entführt Bodo Marschall die Schüler unter den Waldboden. Untermalt mit vielen Gesten und passender Musik erzählt er die Erlebnisse von Marie und ihrem Vater. Sie haben sich mit Hilfe eines Zauberkristalls geschrumpft, um in die Wunderwelt unter dem Waldboden eintauchen zu können, wo sie auf Heinzelmänner, Elfen oder Regenwürmer treffen.

Auch die zweite Geschichte mit Mops Rüdiger, den quirligen Schnecken und verliebten Mistkäfern zog die Schüler in ihren Bann. Obwohl die Geschichten sehr fantastisch wirkten, stellten die Kinder bald fest, dass viel Wahrheit in ihnen steckt. Und Förster Bodo vermittelte, ohne dass die Schüler es merkten, viel Wissen über den Wald.

Monika Wick

weinfelden@thurgauerzeitung.ch