«Ein Fest, das in die Geschichte eingeht»

Es wird ein unvergesslicher Anlass, verspricht Martin Herzog, OK-Präsident des Stadtfestes 2009. Im kommenden August sollen ganz Bischofszell und die halbe Ostschweiz mit ihm «zäme uf d' Gass».

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Martin Herzog und sein Team arbeiten an der Festvorbereitung. (Archivbild: Georg Stelzner)

Martin Herzog und sein Team arbeiten an der Festvorbereitung. (Archivbild: Georg Stelzner)

Bislang verband Bischofszell die grossen Feste jeweils mit Ereignissen der Stadtgeschichte. Ein solches Jubiläum gibt es nicht in diesem Jahr. Wozu also ein Stadtfest?

Martin Herzog: Gegenfrage: Braucht Bischofszell ein geschichtsträchtiges Ereignis für ein einzigartiges und wunderschönes Fest? Nein, wir drehen für einmal den Spiess um. Wir feiern zusammen ein Fest, welches in die Geschichte eingeht.

«Zäme uf d' Gass» – so lautet das Motto. Welche Aussage steckt dahinter?

Herzog: Ich hoffe, Ende August möglichst wenige Bischofszellerinnen und Bischofszeller aus ihren vier Wänden herauslocken zu müssen. Die Gassen der Altstadt haben es verdient, begangen, belebt und beachtet zu werden.

Wie schon so oft in der Vergangenheit wird in den Gassen der Bischofszeller Altstadt gefeiert. Warum auch dieses Mal?

Herzog: Weil immer gute Erfahrungen gemacht wurden. Wenige Städte in unserer Umgebung bieten eine vergleichbare Kulisse. Eine derartige Kulisse für ein Fest nicht zu nutzen, wäre in meinen Augen eine Sünde.

Das OK ist seit November 2008 daran, das Stadtfest zu planen. Wie weit ist die Organisation fortgeschritten?

Herzog: Die erste Hauptaufgabe bestand darin, die Leitplanken für alle Ressorts festzulegen. Diese Arbeit ist weit fortgeschritten und kann demnächst abgeschlossen werden. Alle Mitwirkenden sollen möglichst bald die notwendigen Informationen haben, um autonom arbeiten zu können. Dies ist derzeit unser Hauptanliegen.

Gegen 60 Vereine haben ihre Teilnahme signalisiert. Entspricht das Ihren Erwartungen?

Herzog: Ich bin vorsichtig mit Erwartungen. Es geht letztlich darum, mit jenen Personen und Vereinen, welche mit Herzblut dabei sind, etwas «Lässiges» auf die Beine zu stellen. Das würde ich auch mit 20 oder mit 100 Vereinen tun. Ich glaube, dass die bestehende Zahl realistisch ist.

Die Bischofszeller Vereine sollen das Stadtfest zur Hauptsache gestalten. Was erwarten Sie von ihnen?

Herzog: Teamgeist, Einsatzwillen, Flexibilität, Fairness, viel Geduld und viel, viel Mut zu verrückten, aber umsetzbaren Ideen.

Die Kinderkonzerte und das 125-Jahr-Jubiläum der Stadtmusik stehen als Programmpunkte fest. Was noch?

Herzog: Geplant sind Gaukler, Spiele, Tanz, Musik – insbesondere Konzerte für Kinder und Jugendliche auf dem Hofplatz – und vielseitige Unterhaltung auf dem Hirschenplatz. Zudem soll die Altstadt in eine grosse Festwirtschaft zum Verweilen und Diskutieren verwandelt werden. Natürlich darf der Magen nicht zu kurz kommen.

Eine Veranstaltung wie dieses Fest kostet Geld. Wie wird das Bischofszeller Stadtfest finanziert?

Herzog: Standplätze und Festwirtschaftsplätze kosten Miete. Wir haben darauf geachtet, dass das Mitmachen am Fest für Vereine, Firmen und Private trotz dieser Beiträge lukrativ bleibt. Einen grossen Teil wollen wir über Sponsoring finanzieren. Jedoch sind wir dafür auf den Goodwill aller Bischofszellerinnen und Bischofszeller angewiesen. Es ist unser Ziel, in einem Jahr eine ausgeglichene Rechnung präsentieren zu können.

Worauf legen Sie persönlich besonders Wert bei der Planung des Stadtfestes?

Herzog: Mir persönlich ist wichtig, dass der Jugendschutz in Bezug auf die Abgabe und den Konsum von Suchtmitteln sowie in Bezug auf die Dauer der Aktivitäten einen grossen Stellenwert hat. Interview: Thomas Weingart

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